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Potentialanalyse. Die wichtigsten Fähigkeiten für den Lebenslauf finden

Potentialanalyse: Herausfinden der Fähigkeiten für den Job

Grundsätzlich verbergen sich hinter dem Begriff der Potentialanalyse unterschiedliche Verfahren, mit denen Unternehmen einerseits das firmenbezogene Potential – im Sinne von erreichter Produktivität oder der Marktstellung – prüfen, andererseits aber genauso Wissen, Eignungen, Motivation und andere Merkmale von (neuen) Mitarbeitern erfassen können. Damit wollen Arbeitgeber gewährleisten, dass die Fähigkeiten und Interessen der Bewerber größtmögliche Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil erreichen.

Das gilt aus der Bewerberperspektive selbstverständlich genauso: Eine selbstbezogene Potentialanalyse kann nicht nur als eine Art Ausschlussverfahren für bestimmte Stellen verstanden werden, sie ist zugleich ein Hilfsmittel, eine langfristig erfüllende Anstellung zu finden. Darüber hinaus ist eine sorgfältige Auseinandersetzung mit persönlichen, fachlichen und beruflichen Qualifikationen und Zielen hilfreich, um diese in den Bewerbungsunterlagen und im Vorstellungsgespräch adäquat präsentieren zu können.

Es geht daher sowohl für die Personalabteilungen als auch für die Bewerber selbst darum, die individuellen Schlüsselkompetenzen herauszuarbeiten, die Sie einzigartig machen und von anderen Bewerbern unterscheiden. Für Anwärter ist die Potentialanalyse eine Möglichkeit der zielgerichteten beruflichen Orientierung, die Unternehmer versuchen durch diese Verfahren das passgenaue Muster aus Stärken, Interessen und Talenten herauszufiltern.

Potentialanalyse als Selbstanalyse

Bevor sich also die Personaler Ihres Wunschunternehmens mit Ihren Fähigkeiten beschäftigen, sollten Sie das selbst tun. Fangen Sie dabei ganz bewusst mit grundlegenden Fragen an:

  • Was bin ich für ein Mensch?
  • Was kann ich?
  • Was will ich?
  • Was ist meine langfristige Zielsetzung

Die Beantwortung stellt sich möglicherweise als schwieriger heraus, als die vermeintlich einfachen Fragen erahnen lassen. Hierfür können unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein, denn nicht immer ist der berufliche Werdegang ein Ausdruck völlig unabhängig getroffener Lebensentscheidungen. Ihre Biografie wird an vielen Stellen von äußeren Faktoren beeinflusst sein, von Erwartungen Ihres Umfelds beispielsweise oder den damit verbundenen Möglichkeiten. Die Selbstanalyse von Stärken und Schwächen sollte aber ebenso kritisch wie ehrlich sein – am Ende geht es in jeder Bewerbung ausschließlich um Sie.

Nach den anfänglichen Fragen geht es deshalb nachfolgend um eine mehr situationsbezogene Analyse:

  • Machen Sie Ihren derzeitigen Job gerne und falls die Antwort nein lautet: Warum nicht?
  • Welche berufliche Veränderung wäre notwendig, damit Sie Ihre Fähigkeiten besser einsetzen können?
  • Welche Schwächen stehen Ihnen bei Ihrer derzeitigen Entwicklung im Weg? Können Sie daran etwas ändern und wollen Sie das überhaupt?
  • Was tun Sie eigentlich nur, um fremde Erwartungen an Sie zu erfüllen?

Mit dieser Bestandsanalyse schaffen Sie die Basis für die zielgerichtete weitere Beschreibung Ihrer Kompetenzen. Gleichzeitig dienen die Fragen als Orientierungshilfe, um Potentiale jenseits der für Bewerbungen typischen Auflistungen von Kenntnissen und Fähigkeiten im Lebenslauf.

Unterschiedliche Kompetenzbereiche

Abgesehen von den Aspekten einer Eignung, die sozusagen zum Kanon gehören – darunter Sprachkenntnisse, IT-Kenntnisse etc. –, gilt es im Rahmen der persönlichen Potentialanalyse, Ihre Befähigungen und Talente zu finden, die darüber hinausgehen. Da diese Methoden auch für die betriebsinterne Personalanalyse und -entwicklung Verwendung finden, werden Sie bestimmte Untersuchungsmerkmale bestenfalls in Teilen für sich selbst evaluieren können.

So etwa im Bereich der Methodenkompetenz. Diese beinhaltet das Erfassen betrieblicher Zusammenhänge, das Erkennen von Defiziten und das daraus folgende Erarbeiten von geeigneten Lösungsvorschlägen. Im konkreten Fall für einen Außenstehenden natürlich nicht zu beantworten, dennoch ist die Eigenschaft wichtig. Für Personaler und Bewerber geht es in diesem Punkt daher auf einer abstrakteren Ebene darum, die Fähigkeit zum methodischen Denken zu erkennen – im Lebenslauf können Sie darauf aber beispielsweise implizit durch Ihre bisherigen Tätigkeiten oder durch Ihre Hobbys hinweisen.

Darüber hinaus sind weitere Bereiche, in denen Potentiale wichtig und wünschenswert sind:

  • Sozialkompetenz: Kurz gefasst die Fähigkeit, mit anderen Mitarbeitern umzugehen. Das umfasst gleichzeitig die Teamfähigkeit.
  • Reflexionskompetenz: Damit ist die Fähigkeit gemeint, das eigene Handeln situationsabhängig und kritisch analysieren und bewerten zu können.
  • Veränderungskompetenz: Diese wird aufgrund des schnelllebigen Arbeitsmarktes und der sich ständig verändernden Anforderungen zunehmend wichtiger. Veränderungskompetenz umschreibt gleichermaßen die Befähigung, flexibel auf Veränderungen im beruflichen Umfeld reagieren zu können und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen.
    Diese Qualität können Sie zum Beispiel durch die erfolgreiche Teilnahme an externen wie internen Schulungen und Weiterbildungen belegen.
  • Fachkompetenz: Der augenscheinlichste Aspekt einer Potentialanalyse bleibt die Fähigkeit, erlerntes, berufsbezogenes Wissen (seien es Technologien, Verfahren, Sprachen etc.) lösungsorientiert im Arbeitsalltag einsetzen zu können.

Die Schwierigkeit der Potentialanalyse besteht darin, dass die untersuchten Kriterien gewissermaßen „weich“ sind. Das heißt, sie bleiben nur schwierig zu greifen – die meisten der genannten Kompetenzbereiche können in weitere Fähigkeiten und Eigenschaften aufgespaltet werden, am Ende ergibt sich daraus ein umfangreiches Bild erwünschter Soft Skills. In dieser Hinsicht sind die Anforderungsprofile, die an ausgeschriebene Stellen geknüpft sind, eine wichtige Orientierungshilfe. Unternehmen wie Bewerber können sich so an das passende Set von Fähigkeiten herantasten, die es für die auszuübenden Tätigkeiten braucht.

Die eigenen Fähigkeiten herausarbeiten

Für eine grundsätzliche persönliche Potentialanalyse, die zuerst der individuellen Standortbestimmung dient, sollten Sie sich ausreichend Zeit nehmen. Der Katalog persönlicher Fähigkeiten, wie sie vielfach auch in Stellenausschreibungen vorzufinden sind, kann unter Umständen recht umfangreich werden.

Hinzu kommen die besonderen Erfordernisse, die sich aus der Kombination schwierig nachzuweisender Kriterien und deren wachsender Bedeutung für die Bewerberauswahl ergeben: Da Sie persönliche Fähigkeiten eben nicht wie fachliche und berufliche Kenntnisse und Qualifikationen Schwarz auf Weiß nachweisen können, ist es umso wichtiger, sich auf diesbezügliche Fragen vorzubereiten bzw. sich die Stärken und Schwächen in diesem Bereich bewusst zu machen.

Die betreffende Liste umfasst:

  • psychische Belastbarkeit und Durchsetzungsvermögen
  • Leistungs- und Lernbereitschaft, auch: Motivation, Ehrgeiz, Fleiß
  • Fähigkeit, mit Misserfolgen umzugehen und diese zu bewältigen
  • Kontaktstärke oder Umgangsformen, Höflichkeit, Redegewandtheit
  • Kreativität, im Sinne von Innovationsfähigkeit und Neugier
  • unternehmerisches Denken / Urteilsvermögen
  • Risikobereitschaft
  • Kommunikationsfähigkeit, auch im Sinne von Offenheit
  • Kritik- und Konfliktfähigkeit
  • Teamfähigkeit, d.h. Kooperations- und Integrationsfähigkeit
  • soziale Sensibilität, das meint Menschenkenntnis und Mitgefühl
  • strukturiertes, logisches und analytisches Denken
  • konzeptionelle Fähigkeiten
  • Organisationsfähigkeit und Zeitmanagement
  • ganzheitliches Denken
  • Bereitschaft und Fähigkeit zur Selbstreflexion

Die Auflistung beinhaltet die gängigsten Anforderungen hinsichtlich persönlicher Fähigkeiten, die von Arbeitgeberseite abgefragt werden. Das bedeutet wiederum nicht, dass Ihnen nicht auch andere wichtig sein können. Diese sollten daher ebenfalls Eingang in die persönliche Potentialanalyse finden. Versuchen Sie, sich im Einzelnen zu vergegenwärtigen, inwieweit sie über die Fähigkeiten verfügen (eine Hilfestellung finden Sie in der Checkliste Persönliche Fähigkeiten).

Checkliste zur Potentialanalyse

Ehrliche Einschätzung als Grundvoraussetzung

Dabei geht es nicht darum, in allen Belangen möglichst gut abzuschneiden. Eine ehrliche Einschätzung fördert mitunter Schwächen zutage, aber genau das ist letztendlich der Zweck der Analyse. Um ein objektiveres Ergebnis zu bekommen, sind Zweitmeinungen von Familie und Freunden übrigens durchaus legitim. Voraussetzung ist natürlich ebenfalls eine ehrliche Analyse Ihrer Fähigkeiten.

Als hilfreich können sich außerdem Beispiele erweisen, mit denen Sie die jeweiligen Einschätzungen begründen. Das hat zum einen den Vorteil, dass die Fähigkeiten nicht mehr als abstrakte Größen erscheinen, wenn Sie mit einer konkreten Situation aus Ihrem Leben verknüpft sind.

Zum anderen fungiert dieses Vorgehen als Übung: Aus dem Zusammenhang heraus lassen sich die ermittelten Stärken einfacher im Lebenslauf aufzeigen, für das Bewerbungsgespräch können Sie auf diese Grundlagen zurückgreifen, ohne Antworten lernen zu müssen. Damit bleiben Sie keine Antwort schuldig – sogar, wenn es um Ihre Schwächen gehen sollte – und vermitteln gleichzeitig ein authentisches Bild von sich selbst.

Alle Potentiale ausschöpfen

Persönliche Potentiale zeigen sich nicht allein im beruflichen Kontext, weshalb der Lebenslauf für gewöhnlich über diesen Werdegang hinausgeht. Es lohnt sich daher, über den Arbeitsalltag hinaus zu sehen und Stärken zu finden, die sich in unterschiedlichsten Lebenssituationen zeigen. Sie werden dadurch nicht weniger relevant.

Engagement in einem Verein oder im Rahmen eines Ehrenamts zeugen beispielsweise von Teamfähigkeit und sozialer Sensibilität, sie belegen je nach Position aber auch Organisationstalent und Konfliktfähigkeit, vielleicht sogar Führungsqualitäten bis zu einem gewissen Grad. Fragen Sie sich also bei Ihrer Potentialanalyse, welche Stärken Sie wo erworben haben. Achten Sie im konkreten Bewerbungsfall dennoch darauf, die geeigneten Fähigkeiten in den Vordergrund zu stellen. Vielfältige Stärken zu haben, ist zwar kein Nachteil, allerdings sind längst nicht immer alle gefragt.

Durch die Analyse sind Sie allerdings in der Lage, Anforderungsprofile von Stellenausschreibungen und ihre ganz individuellen Fähigkeiten bestmöglich in Übereinstimmung zu bringen – und so eine zielorientierte berufliche Entwicklung in die Wege zu leiten.

Bildnachweis: pressmaster / fotolia.com (ID #61563989)