2019 | Lesezeit: 7 Minuten

Assessment-Center

In einem Assessment-Center werden Bewerber mithilfe von verschiedenen Test auf Herz und Nieren geprüft. Wir verraten dir, wie du einen guten Eindruck hinterlässt.

Assessment-Center

Das Assessment-Center (AC) ist ein alternatives Auswahlverfahren, zu dem mehrere Bewerber gelichzeitig eingeladen werden. Dabei begutachten Assessoren die Bewerberrunde.

Ein AC läuft in jedem Betrieb unterschiedlich ab. Es gibt jedoch einige typische Übungen, die in fast jedem Assessment-Center vorkommen. Es ist daher ein Vorteil, den klassischen Ablauf zu kennen, um sich optimal vorbereiten zu können.

Warum entscheiden sich Unternehmen für ein Assessment-Center?

Im AC können Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Durchsetzungsfähigkeit besonders gut beobachtet werden, da die Bewerber in der Regel verschiedene Gruppenaufgaben bearbeiten müssen. Gerade bei Führungspositionen ist es vielen Unternehmen wichtig, dass diese Fähigkeiten belegt sind. Ein Assessment-Center kann jedoch für jede Position und für jeden Beruf durchgeführt werden.

Das AC ist außerdem eine kostengünstige Alternative zu einzelnen Auswahlgesprächen. Ein Assessment-Center, in dem zahlreiche Personen zeitgleich eingeladen werden können, spart dem Unternehmen Zeit und Geld.

Wer wird zu einem Assessment-Center eingeladen?

Hier besteht kein Unterschied zu einem Vorstellungsgespräch. Eingeladen werden die Personen, die in ihrer schriftlichen Bewerbung überzeugt haben.

Wer ist alles an einem Assessment-Center beteiligt?

An einem AC nehmen mehrere Bewerber sowie sogenannte Assessoren teil. Bei den Assessoren handelt es sich meist um Personalbeauftragte des Unternehmens, Psychologen sowie Abteilungsleiter. Anwesend sind somit meist 10-20 Personen: in der Regel bis zu 15 Bewerber und 3-5 Assessoren.

Wie lange dauert ein Assessment-Center?

Ein AC dauert klassisch ein bis drei Tage, jeweils mehrere Stunden pro Tag.

Wie läuft das Assessment-Center ab?

In einem AC werden pro Tag bis zu sechs Übungen mit den Bewerbern durchgeführt. Zwischen den einzelnen Aufgaben gibt es Pausen. Meistens findet auch eine längere Mittagspause statt. Dabei ist zu beachten, dass die Bewerber auch in den Pausen durch die Assessoren beobachtet werden. So kann zum Beispiel das Sozialverhalten beurteilt werden.

Zu Beginn erfolgt in der Regel eine kurze Vorstellungsrunde aller Beteiligten. Diese Selbstpräsentation ist als erste Aufgabe zu sehen. Varianten hierzu sind eine Partner- oder Gruppenpräsentation. Dann folgen weitere beliebte Übungen, in denen gelegentlich Kleingruppen gebildet werden. Nur wenige Aufgaben sind Einzelübungen.

Die bekannteste Einzelübung ist die Postkorbübung. Hier werden Organisationsgeschick und Stressresistenz des Bewerbers getestet. In der Arbeitsanweisung sind ungefähr 20 Aufgaben aufgeführt, die sich überschneiden. Da die zahlreichen eingebauten Hindernisse kaum zu lösen sind, geht es hierbei um die richtige Herangehensweise und gegebenenfalls die anschließende Präsentation der Lösung. Werden bei der Lösung die richtigen Prioritäten gesetzt? Wie werden die einzelnen Arbeitsschritte begründet?

Die beliebteste Gemeinschaftsübung ist die Gruppendiskussion sowie ein Rollenspiel, bei dem zum Beispiel ein Mitarbeitergespräch simuliert wird.

Auch Konzeptions- oder Konstruktionsaufgaben, in denen beispielsweise nach gewissen Vorgaben ein Objekt gebaut werden soll, können gestellt werden. Hier wird beobachtet, wie die Beteiligten zusammenarbeiten. Niemand darf sich zurücknehmen oder in den Vordergrund drängen.

Abschließend geben die Assessoren bekannt, bis wann eine Rückmeldung erfolgt und wie das Bewerbungsverfahren weiter abläuft.

Eine besonders ökonomische Alternative für die Firma ist ein Online-Assessment-Center, also eine über das Internet auszufüllende Potenzialanalyse. Bei diesen ACs wird im Schwerpunkt die berufliche Eignung geprüft.

Es können Leistungs- oder Persönlichkeitstests durchgeführt werden. Bei Leistungstests wird die Konzentration untersucht. Persönlichkeitstests versuchen hingegen, die Eigenschaften des Bewerbers zu erfassen. Beide Formen können auch in einem AC mit Anwesenheit stattfinden.

Worauf achten Personaler beim Assessment-Center?

Das Ziel eines ACs ist es, die Reaktionen eines Bewerbers in unterschiedlichen Übungen zu testen. Die sogenannten Soft Skills wie Teamfähigkeit werden begutachtet. Diese kommen in Vorstellungsgesprächen häufig zu kurz und können im Assessment-Center besser erfasst werden. Neben der Sozialkompetenz werden die Methodenkompetenz, also die Anwendung von Arbeitstechniken, die Selbstkompetenz, die individuelle Haltung zur Arbeit, und die Empathiefähigkeit besonders beachtet. Die Sachkompetenz spielt in ACs eher eine geringere Rolle. Fachliche Fähigkeiten werden nur gelegentlich erfasst, sind aber in den meisten Fällen ein wesentlicher Bestandteil des anschließenden Vorstellungsgesprächs.

Wie präsentiere ich mich richtig in einem Assessment-Center?

Da in ACs das Augenmerk besonders auf den Soft Skills liegt und meist mindestens ein Psychologe anwesend ist, ist es wichtig, deine persönlichen Stärken hervorzuheben. Achte also darauf, authentisch aufzutreten.

Der Selbstpräsentation wird sogar eine eigene Übung gewidmet. Die Aufforderung hierzu lautet sinngemäß "Stellen Sie bitte dem Plenum kurz Ihren beruflichen Werdegang vor". An dieser Stelle ist es wichtig, die wesentlichen Informationen zu deiner Person und deinem beruflichen Werdegang strukturiert zu präsentieren. Der Schwerpunkt sollte klar auf dem beruflichen Teil liegen.

Nicht nur bei dieser Übung kommt es auf eine gekonnte Selbstpräsentation an. Insgesamt sollte man das richtige Mittelmaß finden und sich weder in den Vordergrund drängen, noch zu sehr zurückhalten.

Wie bereite ich mich auf das Assessment-Center vor?

Um ein Assessment-Center zu bestehen, sollten gewisse Dinge beachtet werden. Dies beginnt schon bei der Auswahl der geeigneten Kleidung. Hier sind die Regeln etwas strenger als im Vorstellungsgespräch. Zwar gibt es keinen offiziellen Dresscode, jedoch sollten alle Bewerber schick gekleidet sein. Die passende Kleidung kann bei identischer Leistung das Zünglein an der Waage sein.

Da die Selbstpräsentation Bestandteil nahezu jedes ACs ist, kann dieser Teil inhaltlich am besten vorbereitet werden. Idealerweise probst du vorab mit einem Bekannten. Die rhetorischen Fähigkeiten spielen im AC insgesamt eine große Rolle.

No-Gos im Assessment-Center

Zuspätkommer oder schlampig gekleidete Bewerber werden aussortiert. Personen, die sich in den Mittelpunkt drängen und andere Teilnehmer nicht zu Wort kommen lassen, fallen ebenfalls negativ auf. Bewerber, die bei den Gruppenübungen den anderen Kandidaten die ganze Arbeit überlassen, sind ebenfalls nicht erwünscht.

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