2019 | Lesezeit: 10 Minuten

Soft Skills im Lebenslauf: Soziale Kompetenzen richtig vermarkten

Neben der beruflichen Qualifikation werden auch sogenannte Soft Skills immer wichtiger für deine Bewerbung. Hier erfährst du, wie du deine sozialen Kompetenzen gekonnt hervorhebst.

Soft Skills im Lebenslauf

Soft Skills sind für Unternehmen ein wichtiges Entscheidungskriterium bei der Auswahl ihrer Bewerber. Für die Anwärter erweisen sie sich jedoch mitunter als problematisch. Anders als fachliche und berufliche Qualifikationen lassen sich soziale Kompetenzen im Lebenslauf nur schwer belegen. Dass sie im Bewerbungsverfahren und im Berufsleben eine immer größere Rolle spielen, macht die Formulierung des Lebenslaufs nicht einfacher.

Soft Skills als unerlässliches Bewerbungskriterium

Verzichten solltest du auf die Nennung deiner individuellen Fähigkeiten jedoch auf keinen Fall. Natürlich geben Kenntnisse und Fähigkeiten, Berufserfahrung und Arbeitszeugnisse dem Arbeitgeber einen ersten und umfangreichen Einblick in die Eignung eines Bewerbers. Allerdings geht es nicht allein darum, ob der Kandidat die gestellten Anforderungen erfüllen kann, sondern in zunehmendem Maße um das „wie“.

Das hängt damit zusammen, dass die fachliche Qualifikation für eine Stelle bei den meisten Bewerbern ungefähr gleich sein dürfte. Persönliche Kompetenzen können daher den Ausschlag in die eine oder andere Richtung geben – durch diese Eigenschaften kannst du dich von Mitbewerbern abheben und passt vielleicht jenseits des geforderten beruflichen Know-hows genau deswegen besser in ein Team hinein.

Welche Soft Skills sind gefordert?

Es gibt eine große Bandbreite unterschiedlichster persönlicher Kompetenzen, die für den Arbeitsmarkt relevant sind. Sie lassen sich zunächst in allgemeine und spezifische Fähigkeiten aufteilen. Welcher Bereich gefragter ist, hängt von der jeweiligen Branche ab. Die Auswahl der Soft Skills spielt bei der Bewerbung also durchaus eine Rolle.

Abgesehen davon solltest du beachten, dass nicht jede positive Eigenschaft automatisch als Soft Skill infrage kommt. Ein guter Zuhörer zu sein, ist im privaten Kreis sicherlich ein angenehmer Wesenszug. Im Job zählt die Fähigkeit dagegen als Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit – ein entsprechender Hinweis ist im Lebenslauf daher nicht notwendig.

Ähnlich ist es mit der Pünktlichkeit, da sie wohl von jedem zukünftigen Arbeitgeber zwingend vorausgesetzt wird. Hierbei handelt es sich nicht um eine Qualifikation, die ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. Wenn du in deinem Lebenslauf also auf persönliche Soft Skills hinweisen willst, verliere den Kontext nicht aus den Augen. Du solltest nicht nur überprüfen, welche sozialen Kompetenzen du vorweisen kannst, sondern auch, welche Soft Skills von Unternehmen gewünscht sind. Versuche eine Schnittmenge zu finden.

Gefragte Soft-Skills im Lebenslauf

Soziale Kompetenzen gehören in den Lebenslauf – aber wie?

Sobald du – etwa im Rahmen einer selbst durchgeführten Potenzialanalyse – deine persönlichen Kompetenzen herausgefunden hast, kannst du ermitteln, welche von ihnen für deine Bewerbung wirklich relevant sind. Anschließend müssen diese in adäquater Form im Lebenslauf untergebracht werden. Dabei solltest du darauf achten, deine Soft Skills wirklich zu belegen und nicht nur Behauptungen aufzustellen.

Beispiele machen soziale Kompetenzen nachvollziehbar

In erster Linie bedeutet das, dass du deine sozialen Kompetenzen nicht einfach als Schlagworte im Lebenslauf aufführen solltest. Die Personaler haben auf diese Weise keinerlei Möglichkeit, deine Aussage zu überprüfen.

Um deine Angabe zu untermauern und diese für das einstellende Unternehmen plausibel zu machen, solltest du wichtige Charaktereigenschaften immer anhand eines Beispiels belegen. So werden deine Fähigkeiten für einen potenziellen Arbeitgeber nachvollziehbar.

Kommunikative Fähigkeiten sind in vielen Branchen erwünscht, wenn nicht sogar gefordert. Formulierung wie „Ich bin kommunikativ“ sagen jedoch nicht nur wenig über deinen Kommunikationsstil aus, sie senden womöglich sogar die falschen Signale. „Kommunikativ“ kann nämlich auch im Sinne von „redselig“ verstanden werden. Besser wäre es stattdessen, diese Fähigkeit anhand von verschiedenen Aufgaben zu spezifizieren – etwa mit Hinweisen darauf,

Icon einer Glühlampe

Beispiele für Formulierungen von Soft Skills in Bewerbungsschreiben

Natürlich solltest du in deinem Anschreiben immer eigene Worte benutzen, um deine sozialen Kompetenzen zu beschreiben. Damit du ein Gefühl bekommst, wie eine solche Formulierung aussehen sollte, haben wir hier einige Beispiele für dich aufgelistet.

  • Beispiel 1:

    „Das Thema Nachhaltigkeit ist für mich von großer Bedeutung. Deswegen engagiere ich mich seit mehreren Jahren ehrenamtlich in einem Verein, der sich um Belange des Umweltschutzes kümmert. Diese Tätigkeit ist nicht nur eine Bereicherung für mich, sondern auch eine Freizeitaktivität, die mir Freude bereitet.“

  • Beispiel 2:

    „Zu meinen Stärken zählen Empathie und Verständnis für andere. Für meine derzeitigen Kollegen bin ich deshalb in kürzester Zeit zum Ansprechpartner geworden, wenn Probleme oder Konflikte mit anderen bestanden. Aus diesem Grund werde ich auch von meinen Vorgesetzten in solchen Fällen als Mediator zwischen den involvierten Parteien hinzugerufen.“

  • Beispiel 3:

    „Seit meiner Kindheit bin ich aktives und leidenschaftliches Mitglied eines Fußballvereins. Dadurch konnte ich schon früh die Bedeutung des Teamzusammenhalts kennenlernen. Es hat mich immer beeindruckt, wie Persönlichkeiten mit unterschiedlichsten Lebenshintergründen zusammenkommen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Besonders prägend war dabei die Erfahrung, dass selbst unerfreuliche Ergebnisse im Verbund mit anderen eine zu bewältigende Herausforderung sind.“

  • Beispiel 4:

    „Da ich meine Aufgaben immer gewissenhaft und präzise erledige, habe ich bereits bei mehreren Gelegenheiten Projekte von erkrankten Kollegen kurzfristig übernommen. Bei derart dringenden Aufträgen ist es für mich selbstverständlich, auch über das normale Arbeitspensum hinaus tätig zu sein.“


Es ist legitim, deine sozialen Kompetenzen anhand von außerberuflichen Tätigkeiten aufzuzeigen. Für gewöhnlich geben kurze Angaben zu deinen Hobbys Aufschluss über die damit verbundenen Qualitäten. Sollte eine deiner Freizeitbeschäftigungen zu der Firmenphilosophie passen oder deine Kompetenz besonders hervorheben, kannst du sie explizit im Motivationsschreiben anführen.

Weniger ist mehr

Natürlich ist die schriftliche Bewerbung eine erste Gelegenheit, ein möglichst positives Bild von dir zu zeichnen. Dazu gehört unbestritten die Nennung deiner Stärken, was allerdings nicht bedeutet, dass du alle guten Eigenschaften in ihrer Gesamtheit aufzählen solltest. Das dürfte angesichts des begrenzten Raumes eines Anschreibens ohnehin schwierig werden. Konzentriere dich auf Soft Skills, die einen relevanten Bezug zur jeweiligen Stelle haben.

In deinem Anschreiben hast du die Gelegenheit und auch den Platz, um deine Soft Skills zu präsentieren. Deine fachlichen Kompetenzen kann ein Personaler aus deinem bisherigen beruflichen Werdegang herauslesen. Gerade ein tabellarischer Lebenslauf bietet jedoch kaum eine Möglichkeit, soziale Kompetenzen hervorzuheben.

Auf die folgenden Punkte solltest du achten:

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