2020 | Lesezeit: 10 Minuten

So verfasst du das perfekte Anschreiben

Dein Anschreiben sollte unterstreichen, dass du der perfekte Kandidat für den Job bist. Wir geben dir 11 handfeste Tipps, damit das gelingt.

Anschreiben

Das Anschreiben ergänzt deinen Lebenslauf und macht deine Bewerbung komplett. Denn hier kannst du Argumente für deine Anstellung liefern, die über die harten Fakten des Lebenslaufs hinausgehen. Dabei sind drei zentrale Themen entscheidend:

Kannst du in dieser Hinsicht punkten, hat deine Bewerbung gute Chancen auf Erfolg. Klar ist aber auch: So ein ausgefeiltes Anschreiben fällt nicht vom Himmel. Es erfordert einige Mühe.

Anschreiben-Muster und Lebenslauf-Vorlagen erleichtern die Sache, doch dein Bewerbungsanschreiben muss genauso wie dein Lebenslauf individuell auf dich und die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten sein. Wenn dein Anschreiben so allgemein gehalten ist, dass man es auch an 20 andere Firmen schicken könnte, macht das keinen guten Eindruck.

Doch die Arbeit lohnt sich, denn viele Personaler halten immer noch große Stücke auf das Anschreiben. Schließlich macht es in wenigen Sätzen greifbar, was für ein Mensch sich hinter der Bewerbung verbirgt. Und diese Information lässt sich dem Lebenslauf nicht ohne Weiteres entlocken. Wer beim Verfassen des Anschreibens schludert, legt sich also selbst Steine in den Weg.

So gelingt dein Anschreiben: 11 wichtige Tipps für den Erfolg

Doch keine Sorge, so ein Anschreiben ist auch kein Hexenwerk. Wenn du die folgenden Tipps beherzigst, bist du bereits auf einem guten Weg.

Bleibe authentisch

Dein zukünftiger Arbeitgeber ist nicht auf der Suche nach einem Schriftsteller. Er möchte sich dein Anschreiben nicht einrahmen und an die Wand hängen. Er will allerdings erfahren, was für eine Person, was für ein Charakter sich bei ihm bewirbt. Glaubwürdigkeit ist daher der Schlüssel zum Erfolg. Kopiere keine vorgefertigten Sätze aus dem Internet, sondern vertraue auf deine eigenen Argumente.

Formalien müssen stimmen

Das Anschreiben sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite beanspruchen. Qualität geht hier eindeutig vor Quantität. Außerdem muss die Gestaltung zu den restlichen Bewerbungsunterlagen passen – verwende dieselbe Schrift, dieselben Farben, dieselben Stil-Elemente. Ganz auf Nummer sicher gehst du übrigens, wenn du die Richtlinien der DIN 5008 zur Gestaltung von Geschäftsbriefen berücksichtigst. Halte dich bei Online-Bewerbungen außerdem an mögliche Vorgaben des Arbeitgebers: Gruppiere deine Unterlagen wie gewünscht und verwende das geforderte Dateiformat (in der Regel das PDF-Format).

Stellenausschreibung analysieren

Schreibe nicht einfach drauflos, sondern schaue dir die Stellenanzeige genau an. Was verlangt der Arbeitgeber, welche Fähigkeiten soll der Bewerber mitbringen? Was für ein Charakter, welche persönlichen Stärken sind gewünscht? Liefere dem Personaler die Qualifikationen, die er lesen möchte, um deine Chancen zu steigern.

Ansprechpartner recherchieren

Finde heraus, auf wessen Schreibtisch deine Bewerbung letztlich landet und sprich denjenigen in der Anrede des Anschreibens persönlich an. Oft findest du den Namen des verantwortlichen Personalers schon in der Stellenanzeige. Du kannst andernfalls auch beim suchenden Unternehmen anrufen und dich entsprechend erkundigen – das demonstriert Selbstvertrauen und Kontaktfreudigkeit. Nur wenn sich wirklich kein Adressat ermitteln lässt, solltest du dein Anschreiben an die „sehr geehrten Damen und Herren“ richten.

Persönlichen Bezug herstellen

Vielleicht hast du den Personalverantwortlichen schon auf einer Jobmesse kennengelernt oder am Telefon mit ihm gesprochen. Verweise zum Einstieg auf diesen Kontakt, denn bei der großen Bewerbermasse ist jeder persönliche Bezug Gold wert.

Drücke dich klar und deutlich aus

Der Personaler interessiert sich nicht für deine literarischen Künste, sondern für Informationen, die ihm bei der Entscheidungsfindung helfen. Lange Schachtelsätze und blumige Metaphern sind deshalb tabu. Wenn du deine Argumente in klarer Sprache auf den Punkt bringst, wird der Personaler das zu schätzen wissen.

Vermeide abgegriffene Formulierungen

„Hiermit bewerbe ich mich auf die Position als …“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …“ – diese und ähnliche Einstiege waren schon vor zehn Jahren überholt. Jeder Personaler hat sie hundert-, wenn nicht tausendfach gelesen. Ihnen fehlen jede Aussagekraft und Persönlichkeit, sie treten Offensichtliches breit und wecken nicht einen Funken Neugier.

Vermeide Floskeln und Phrasen

Manche Formulierungen klingen scheinbar professionell, aber sagen eigentlich nichts. Viele Bewerber „suchen eine neue Herausforderung“ – nur was fängt der Arbeitgeber mit dieser Information an? Andere schreiben, sie würden „stets ziel- und ergebnisorientiert arbeiten“ – aber wenn sich Arbeit nicht an Zielen oder Ergebnissen orientiert, woran dann? Im Anschreiben ist der Platz begrenzt. Fülle ihn besser mit Worten, die dein Bewerberprofil schärfen.

Show, don’t tell

Zu Deutsch etwa: „Zeigen, nicht erzählen.“ Jeder kann behaupten, er sei teamfähig, kreativ und ein guter Organisator. Glaubwürdiger ist es allerdings, wenn du deine Fähigkeiten in einer kleinen Erfolgsgeschichte verpackst, sie greifbar machst: „Im Herbst 2019 leitete ich ein kleines Team, das mit der grafischen Neugestaltung des Produktkatalogs beauftragt war. In Kundenumfragen fiel die Bewertung des daraus resultierenden neuen Designs äußerst positiv aus. Außerdem konnte das Unternehmen einen der beteiligten Freelancer als festen Mitarbeiter gewinnen." Untermauere deine Aussagen mit Zahlen und Fakten.

Auf keinen Fall den Lebenslauf nacherzählen

Der Personaler erfährt bereits im Lebenslauf, auf welche Schule du gegangen bist, wo du zuletzt beschäftigt warst und welchen Studienabschluss du in der Tasche hast. Das Anschreiben ist nicht dazu da, diese Informationen aufzuwärmen. Zeige dem Personaler, welche Person sich hinter diesen Fakten verbirgt und warum sie perfekt ins Unternehmen passt.

Vermeide Konjunktive

Würde, hätte, könnte, dürfte – nein. Du würdest dich nicht nur über eine Rückmeldung freuen, sondern du freust dich auf die positive Rückmeldung. Lasse keinen Zweifel an deiner Eignung oder Überzeugung aufkommen, indem du in Möglichkeitsformen sprichst. Bescheidenheit und Zurückhaltung sind löbliche Charaktereigenschaften, können in der Bewerbung aber zum Nachteil werden.

Mit diesen Tipps im Gepäck sollte dir das Verfassen deines Anschreibens schon etwas leichter fallen. Trotzdem wird das Meisterstück dir wohl nicht auf Anhieb gelingen. Das ist normal. Wenn die Sätze sich nicht so geschmeidig zusammenfügen wollen, wie du dir das eigentlich wünschst, dann lege eine Pause ein. Lasse den Entwurf des Anschreibens ruhen und wage einen Tag später einen neuen Anlauf. Mit frischen Ideen und klarem Kopf sieht die Welt schon ganz anders aus. Ob du deine Bewerbung heute oder morgen einreichst, ist in den meisten Fällen nicht entscheidend. Ob dein Anschreiben allerdings ein Feuerwerk abbrennt oder doch nur zum Nickerchen einlädt, macht einen Riesenunterschied.

Letzte Aktualisierung am 24.08.2020

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