2021 | Lesezeit: 12 Minuten

So verfasst du das perfekte Anschreiben

Dein Bewerbungsschreiben sollte unterstreichen, dass du der perfekte Kandidat für den Job bist. Wir geben dir 11 handfeste Tipps, damit das gelingt.

Anschreiben

Das Bewerbungsschreiben ergänzt deinen Lebenslauf und macht deine Bewerbung komplett. Denn hier kannst du Argumente für deine Anstellung liefern, die über die harten Fakten des Lebenslaufs hinausgehen. Dein Bewerbungsschreiben sollte drei entscheidende Dinge klarstellen:

Kannst du in dieser Hinsicht punkten, hat deine Bewerbung gute Chancen auf Erfolg und eine Einladung zum Vorstellungsgespräch winkt. Klar ist aber auch: So ein ausgefeiltes Anschreiben fällt nicht vom Himmel. Es erfordert einige Mühe.

Anschreiben-Muster und Lebenslauf-Vorlagen erleichtern die Sache, doch dein Bewerbungsanschreiben muss genauso wie dein Lebenslauf individuell auf dich und die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten sein. Wenn dein Anschreiben so allgemein gehalten ist, dass man es auch an 20 andere Firmen schicken könnte, macht das keinen guten Eindruck.

Und diese Arbeit lohnt sich, denn viele Personaler halten immer noch große Stücke auf das Anschreiben. Schließlich macht es schon vor dem Vorstellungsgespräch greifbar, was für ein Mensch sich hinter der Bewerbung verbirgt. Und diese Information lässt sich dem Lebenslauf nicht ohne Weiteres entlocken. Wer beim Verfassen des Anschreibens schludert, legt sich also selbst Steine in den Weg.

So gelingt dein Anschreiben: 11 wichtige Tipps für den Erfolg

So ein Bewerbungsschreiben ist kein Hexenwerk. Was jedoch für jedes Bewerbungsschreiben – ob Ausbildungsplatz, Berufseinsteiger oder Initiativbewerbung – gilt: Eine gute Lesbarkeit ist essenziell und die Rechtschreibung muss stimmen. Wenn du außerdem noch die folgenden Tipps beherzigst, bist du auf einem guten Weg.

1. Bleibe authentisch

Dein zukünftiger Arbeitgeber ist nicht auf der Suche nach einem Schriftsteller. Er möchte sich dein Bewerbungsschreiben nicht einrahmen und an die Wand hängen. Er will anhand der wenigen Zeilen erfahren, was für eine Person, was für ein Charakter sich bei ihm bewirbt. Glaubwürdigkeit ist daher der Schlüssel zum Erfolg. Kopiere keine vorgefertigten Sätze aus dem Internet, sondern vertraue auf deine eigenen Argumente.

2. Formalien müssen stimmen

Die Gestaltung des Bewerbungsschreibens muss zu den restlichen Bewerbungsunterlagen passen – verwende Schriftarten, Schriftgrößen, Farben und Stil-Elemente einheitlich und aufeinander abgestimmt. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du die Richtlinien der DIN 5008 zur Gestaltung von Geschäftsbriefen berücksichtigst. Diese Norm befasst sich mit allen formalen Details, von Briefkopf über Zeilenabstand bis Seitenrand. Halte dich bei Online-Bewerbungen an mögliche Vorgaben des Arbeitgebers: Gruppiere deine Bewerbungsmappe wie gewünscht und verwende das geforderte Dateiformat (in der Regel das PDF-Format). Vergiss auch bei digitalen Bewerbungsschreiben nicht, deine Unterschrift in digitalisierter Form einzufügen.

3. Stellenausschreibung analysieren

Schreibe nicht einfach drauflos, sondern schaue dir die Stellenanzeige genau an. Was verlangt der Arbeitgeber, welche Fähigkeiten soll der Bewerber mitbringen? Was für ein Charakter, welche persönlichen Stärken sind gewünscht? Betone diese Punkte im Hauptteil des Bewerbungsanschreibens. Liefere dem Personaler die Qualifikationen, die er lesen möchte, um deine Chancen auf ein Bewerbungsgespräch zu steigern. Mache zudem in einer Betreffzeile deutlich, auf welche Stellenanzeige sich dein Bewerbungsschreiben bezieht – bei größeren Unternehmen haben offene Posten häufig eine eigene Referenznummer.

4. Ansprechpartner recherchieren

Finde heraus, auf wessen Schreibtisch dein Bewerbungsanschreiben letztlich landet und sprich denjenigen in der Anrede des Anschreibens persönlich an. Oft findest du den Namen des verantwortlichen Personalers schon in der Stellenanzeige. Du kannst andernfalls auch beim suchenden Unternehmen anrufen und dich entsprechend erkundigen – das demonstriert Selbstvertrauen und Kontaktfreudigkeit. Nur wenn sich wirklich kein Adressat ermitteln lässt, solltest du dein Bewerbungsschreiben an die „sehr geehrten Damen und Herren“ richten.

5. Persönlichen Bezug herstellen

Vielleicht hast du den Personalverantwortlichen schon auf einer Jobmesse kennengelernt oder am Telefon mit ihm gesprochen. Verweise direkt in der Einleitung deines Bewerbungsschreibens auf diesen Kontakt oder dieses Telefonat, denn bei der großen Bewerbermasse ist jeder persönliche Bezug Gold wert. Wenn du den Namen des zuständigen Personalers kennst, kannst du diesen schon in der Anrede aufgreifen.

6. Drücke dich klar und deutlich aus

Das Bewerbungsschreiben sollte nicht mehr als eine DIN-A4-Seite beanspruchen. Qualität geht hier eindeutig vor Quantität. Der Personaler interessiert sich nicht für deine literarischen Künste, sondern für Informationen, die ihm bei der Entscheidungsfindung helfen. Lange Schachtelsätze und blumige Metaphern sind im Bewerbungsschreiben deshalb tabu. Wenn du deine Argumente in klarer Sprache auf den Punkt bringst, wird der Personaler das zu schätzen wissen.

7. Vermeide abgegriffene Einleitungssätze und Formulierungen

„Hiermit bewerbe ich mich auf die Position als …“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen …“ – diese und ähnliche Einleitungssätze waren schon vor zehn Jahren überholt. Jeder Personaler hat sie hundert-, wenn nicht tausendfach gelesen. Ihnen fehlen jede Aussagekraft und Persönlichkeit, sie treten Offensichtliches breit und wecken nicht einen Funken Neugier. Doch besonders die ersten Sätze des Bewerbungsschreibens sollten direkt überzeugen. Es lohnt sich also unbedingt, an einer krachenden Einleitung zu feilen. Bei der Grußformel kannst du dagegen auf bewährte Formulierungen setzen.

8. Vermeide Floskeln und Phrasen

Manche Formulierungen klingen scheinbar professionell, aber sagen eigentlich nichts. Viele Bewerber „suchen eine neue Herausforderung“ – nur was fängt der Wunscharbeitgeber mit dieser Information an? Andere schreiben in ihrem Bewerbungsschreiben, sie würden „stets ziel- und ergebnisorientiert arbeiten“ – aber wenn sich Arbeit nicht an Zielen oder Ergebnissen orientiert, woran dann? Im Anschreiben ist der Platz begrenzt. Fülle ihn besser mit Worten, die deine Begeisterung unterstreichen und dein Bewerberprofil schärfen.

9. Show, don’t tell

Zu Deutsch etwa: „Zeigen, nicht erzählen.“ Jeder kann behaupten, er sei teamfähig, kreativ und ein guter Organisator. Glaubwürdiger ist es allerdings, wenn du deine Fähigkeiten und deine Berufserfahrung in einer kleinen Erfolgsgeschichte verpackst, sie im Hauptteil deines Bewerbungsschreibens greifbar machst: „Im Herbst 2019 leitete ich ein kleines Team, das mit der grafischen Neugestaltung des Produktkatalogs beauftragt war. In Kundenumfragen fiel die Bewertung des daraus resultierenden neuen Designs äußerst positiv aus. Außerdem konnte das Unternehmen einen der beteiligten Freelancer als festen Mitarbeiter gewinnen." Untermauere dein Bewerbungsanschreiben mit Zahlen und Fakten.

10. Auf keinen Fall den Lebenslauf nacherzählen

Der Personaler erfährt bereits im Lebenslauf, auf welche Schule du gegangen bist, welche Praktika du absolviert und welchen Studienabschluss du in der Tasche hast. Das Bewerbungsschreiben ist nicht dazu da, diese Informationen aufzuwärmen. Zeige dem Personaler, welche Person sich hinter den Fakten, Zeugnissen und Qualifikationen verbirgt und warum sie perfekt ins Unternehmen passt.

11. Vermeide Konjunktive

Würde, hätte, könnte, dürfte – nein. Du würdest dich nicht nur über eine Rückmeldung freuen, sondern du freust dich auf die positive Rückmeldung. Lasse keinen Zweifel an deiner Eignung oder Überzeugung aufkommen, indem du in Möglichkeitsformen sprichst. Das gilt besonders für den Schlusssatz: Beende das Bewerbungsschreiben mit Selbstvertrauen und verweise überzeugt auf das (hoffentlich) bevorstehende Vorstellungsgespräch. Bescheidenheit und Zurückhaltung sind löbliche Charaktereigenschaften, können in der Bewerbung aber zum Nachteil werden.

Bonustipp: Gehaltsvorstellungen nur auf Nachfrage

Im Schlussteil des Bewerbungsschreibens kannst du deine Gehaltsvorstellungen formulieren – allerdings nur, wenn in der Stellenanzeige explizit danach gefragt wird. Gibst du deine Gehaltsvorstellungen unaufgefordert an, reagieren einige Personaler irritiert. Denn häufig wird das Finanzielle erst im Vorstellungsgespräch thematisiert. Ähnliches gilt für den frühestmöglichen Eintrittstermin bzw. das Eintrittsdatum: Diese Information kann je nach Stelle im Anschreiben von Interesse sein, muss aber nicht.

Das perfekte Bewerbungsanschreiben muss „reifen“

Mit diesen Tipps im Gepäck sollte dir das Verfassen deines Anschreibens schon etwas leichter fallen. Trotzdem wird das Meisterstück dir wohl nicht auf Anhieb gelingen. Das ist normal. Wenn die Sätze sich nicht so geschmeidig zusammenfügen wollen, wie du dir das eigentlich wünschst, dann lege eine Pause ein. Lasse den Entwurf des Anschreibens ruhen und wage einen Tag später einen neuen Anlauf. Mit frischen Ideen und klarem Kopf sieht die Welt schon ganz anders aus. Ob du deine Bewerbung heute oder morgen einreichst, ist in den meisten Fällen nicht entscheidend. Ob dein Bewerbungsschreiben allerdings ein Feuerwerk abbrennt oder doch nur zum Nickerchen einlädt, macht einen Riesenunterschied.

Letzte Aktualisierung am 25.08.2021

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