2020 | Lesezeit: 14 Minuten

10 Tipps: Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

Die Frage nach den Stärken und Schwächen im Bewerbungsgespräch sorgt bei vielen Bewerbern für Schweißausbrüche. Wir verraten dir, wie du gekonnt antwortest.

Stärken & Schwächen

„Welche Eigenschaften zeichnen eine gute Führungskraft aus?“

„Wofür werden Sie von Kollegen kritisiert?“

Hinter diesen Fragen im Vorstellungsgespräch versteckt sich ein echter Klassiker: die Frage nach deinen Stärken und Schwächen. Sie ist noch immer beliebt und wird entweder sehr direkt oder eher indirekt gestellt. Wer unvorbereitet ins Bewerbungsgespräch geht, kann dann schon einmal ins Stottern kommen. Wir verraten dir, wie du gekonnt auf die Frage nach deinen Stärken und Schwächen antwortest.

So präsentierst du deine Stärken im Vorstellungsgespräch

Die Frage nach den Stärken und Schwächen wird von Personalern aus verschiedenen Gründen gestellt. Sie erhalten nicht nur eine Antwort auf ihre Frage, sondern sehen auch, wie du dich selbst präsentierst, wie du mit stressigen Situationen umgehst und wie deine Selbsteinschätzung ausfällt.

Den meisten Bewerbern fällt es natürlich einfacher, die eigenen Stärken zu präsentieren – immerhin möchte man im Bewerbungsgespräch einen guten Eindruck machen. Doch auch hier gibt es einige Dinge, die man beachten sollte.

Tipp 1: Halte die Balance

Im Vorstellungsgespräch möchtest du dich im besten Licht präsentieren: Die Linie zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz kann jedoch schnell verschwimmen, wenn du deine Stärken hervorhebst. Du solltest also eine gute Balance halten: Sowohl Bescheidenheit als auch Überheblichkeit können im Vorstellungsgespräch einen schlechten Eindruck hinterlassen.

Tipp 2: Sei authentisch

Prahle im Bewerbungsgespräch auf keinen Fall mit Stärken, die du gar nicht besitzt. Es ist eher unwahrscheinlich, dass du alle Fähigkeiten und Qualitäten besitzt, die von deinem potenziellen Arbeitgeber gesucht werden – das ist auch deinem Gegenüber bewusst. Solltest du dich als Allround-Paket präsentieren, wird dies sehr wahrscheinlich negativ aufgefasst werden.

Fokussiere dich also auf das, was du wirklich gut kannst. So wirkst du selbstbewusst, überzeugend und es gibt später keine bösen Überraschungen, wenn du den hohen Anforderungen deines Arbeitgebers doch nicht gerecht werden kannst.

Tipp 3: Informiere dich

Du solltest auf keinen Fall einfach alle deine Stärken auflisten, denn es werden bestimmt nicht alle für den Job relevant sein. Aus diesem Grund solltest du dich vorab genau mit der angestrebten Stelle und dem Unternehmen beschäftigen.

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Stellenausschreibung

Lies dir die Stellenausschreibung aufmerksam durch: Welche der hier genannten Fähigkeiten und Qualifikationen kannst du vorweisen? Bringst du berufstypische Soft Skills mit? Analysiere die Unternehmenskultur: Bei einem kleinen Start-up kannst du mit Team- und Kommunikationsfähigkeit überzeugen, ein großes IT-Unternehmen ist eher von deinem analytischen Denken begeistert.

Tipp 4: Vermeide Wiederholungen

Achte darauf, dass du nicht nur die Stärken wiederholst, die du bereits in deinem Anschreiben und deinem Lebenslauf genannt hast. Gibt es zusätzliche Fähigkeiten, die dich für die Stelle qualifizieren? Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du deine bereits genannten Stärken noch einmal mit Beispielen verdeutlichen oder erweitern: Du hast in deinem Anschreiben bestärkt, dass du teamfähig bist? Gehe im Vorstellungsgespräch auf deine Stärke zur Konfliktlösung ein.

Tipp 5: Benutze Beispiele

Wie in deinem Anschreiben ist es auch im Vorstellungsgespräch wichtig, deine Stärken und Schwächen mit Beispielen zu belegen. Mit der Aussage „Ich bin sehr teamfähig“ stellst du lediglich eine Behauptung auf. Erkläre, wie du diese Fähigkeit in deinem Berufsleben oder auch im privaten Bereich unter Beweis stellen konntest. Gerade für Berufseinsteiger mit noch wenig Berufserfahrung sind private Beispiele eine gute Lösung.

Beispiele für Stärken im Vorstellungsgespräch

Bei der Vorbereitung auf die Frage nach deinen Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch kannst du dich natürlich an Beispielen orientieren – du solltest diese jedoch auf keinen Fall einfach auswendig lernen. Notiere dir deine Stärken, überlege dir Argumente und trage diese im Bewerbungsgespräch frei vor. Dennoch wollen wir dir an dieser Stelle ein paar Beispiele geben, damit du siehst, wie du deine Stärken im Vorstellungsgespräch präsentieren könntest.

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Stärken im Bewerbungsgespräch

  • „Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Seit mehreren Jahren arbeite ich an einem eigenen Comic, das ich online veröffentliche. Diese Leidenschaft und Ausdauer wirken sich auch positiv auf meinen Beruf als Mediengestalter aus.“
  • „Ich kann mich schnell in neue Themengebiete einarbeiten. In meiner letzten Anstellung als Redakteur in einer Webagentur habe ich viele verschiedene Kunden und Projekte betreut. Ich musste mich also selbstständig über Themengebiete wie Baufinanzierung oder Zahnaufhellung informieren, um unseren Kunden ein überzeugendes Ergebnis zu liefern.“
  • „Das analytische Denken ist meine Stärke. In meinem alten Job habe ich die Arbeitsprozesse unseres Teams regelmäßig analysiert, um diese effizienter zu gestalten und unnötige Arbeitsschritte zu vermeiden.“

So beschreibst du deine Schwächen im Bewerbungsgespräch

„Welche Fähigkeiten, die Sie an Kollegen schätzen, fehlen Ihnen?“

Die Frage nach den eigenen Schwächen im Vorstellungsgespräch ist für viele Bewerber Stress pur. Dabei kann sie sogar eine Chance sein – wenn man eine entsprechende Antwort vorbereitet. Wir haben für dich fünf Tipps, wie du deine Schwächen im Bewerbungsgespräch am besten präsentierst.

Tipp 1: Sei ehrlich

Sich seine Schwächen einzugestehen, ist nicht leicht – sie im Vorstellungsgespräch zu nennen noch schwieriger. Die Art, wie du mit deiner Schwäche umgehst, sagt jedoch mehr über dich aus als dieser vermeidliche Makel:

Tipp 2: Mehr Stärken als Schwächen

Es ist auch eine Stärke, sich einzugestehen, dass man etwas nicht gut beherrscht. Das bedeutet jedoch nicht, dass du im Bewerbungsgespräch mit all deinen Mängeln hausieren gehen solltest.

Wenn du im Bewerbungsgespräch nach deinen Stärken und Schwächen gefragt wirst, achte immer darauf, dass du mehr Stärken als Schwächen nennst. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn du eine Schwäche authentisch darlegen kannst.

Tipp 3: Keine „positiven Schwächen“ oder Humor

Früher wurde Bewerbern geraten, Schwächen zu nennen, die eigentlich keine sind. Der Klassiker: „Ich bin Perfektionist.“ Mittlerweile sind diese schön verpackten Lügen wohl jedem Personaler bekannt und hinterlassen keinen guten Eindruck. Solche Floskeln sind nicht nur unauthentisch, sondern sagen nichts über dich als Person aus.

Dasselbe gilt für Humor. Die Frage nach den Schwächen im Vorstellungsgespräch verleitet manche Bewerber dazu, mit Humor zu reagieren. Der Personaler erwartet von dir eine ernsthafte Selbsteinschätzung und keinen flapsigen Kommentar wie „Meine Schwäche sind Süßigkeiten“. Das wirkt so, als würdest du das Bewerbungsgespräch nicht ernst nehmen.

Tipp 4: Die richtige Schwäche wählen

Gib niemals Fähigkeiten oder Qualitäten als Schwächen an, die explizit in der Stellenausschreibung erwähnt werden oder die für den Beruf notwendig sind.Wenn du dich als Steuerberater bewirbst, solltest du deine Schwäche im Kopfrechnen also nicht unbedingt im Vorstellungsgespräch erwähnen.Gleichzeitig darf die Schwäche auch nicht komplett außerhalb der Berufswelt liegen: Wenn du zum Beispiel angibst, dass du kein Skifahren kannst, wird das für deinen Beruf als Bänker wohl kaum eine relevante Schwäche sein.

Tipp 5: Deine Schwäche richtig darstellen

Auch wenn du im Vorstellungsgespräch eine Schwäche zugibst, kannst du diese in ein positives Licht rücken. Zunächst durch deine Wortwahl – Formulierungen wie „ab und zu“ und „manchmal“ können deine Aussage abschwächen. Der wichtigste Punkt ist jedoch, dass du deine Schwäche nicht nur darlegst, sondern auch erklärst, wie du mit dieser umgehst und welche Maßnahmen du ergreifst, um sie auszubügeln.

Beispiele für Schwächen im Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch solltest du dich immer auf deine individuellen Stärken und Schwächen beziehen, um einen sympathischen und vor allem authentischen Eindruck zu hinterlassen. Damit du unsere Tipps auch umsetzen kannst, haben wir hier einige Beispiele für dich.

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Schwächen im Bewerbungsgespräch

  • „Mir fällt es schwer, vor vielen Menschen zu sprechen. In meinem letzten Job als Projektleiterin musste ich jedoch regelmäßig Vorträge vor Mitarbeitern und Kunden halten. Um nicht mehr so nervös zu sein, habe ich im Internet verschiedene Tipps gesucht und übe jetzt zum Beispiel vor dem Spiegel, offen zu sprechen. Mittlerweile habe ich einiges an Übung und bin nicht mehr ganz so nervös.“
  • „Ich habe ab und zu das Problem, dass ich nicht „Nein“ sagen kann. Ich helfe meinen Kollegen gern, doch es ist bereits vorgekommen, dass meine eigene Arbeit dadurch beeinträchtigt wurde. Nachdem mir das bewusst geworden ist, prüfe ich mittlerweile zuerst ganz genau, ob ich meine eigenen Aufgaben noch im vollen Umfang erledigen kann, bevor ich meine Hilfe zusage.“
  • „Ich neige manchmal dazu, mir Kritik sehr zu Herzen zu nehmen. Das war besonders in meiner Ausbildung ein Problem. Ich arbeite daran, selbstbewusster zu sein, konstruktive Kritik zu beherzigen und einen objektiven Blickwinkel einzunehmen. Ich konnte bereits feststellen, dass sich dadurch nicht nur das Verhältnis zu meinen Vorgesetzten verbesserte, sondern auch meine Arbeitsweise.“

Die eigenen Stärken und Schwächen erkennen

Vielen Bewerbern fällt es schwer, die eigenen Stärken und Schwächen zu benennen. Die beste Methode, um diese zu erkennen, ist die Selbstreflexion. Nimm dir die Zeit, deine Persönlichkeit und vor allem deine Arbeitsweise zu analysieren.

Dabei kannst du versuchen, folgende Fragen für dich zu beantworten:

Solltest du Schwierigkeiten damit haben, diese Fragen zu beantworten, kannst du dir auch Hilfe bei deiner Familie, Freunden und Arbeitskollegen suchen.

Letzte Aktualisierung am 15.07.2020

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