2019 | Lesezeit: 9 Minuten

Hobbys im Lebenslauf: Mit diesen Interessen punktest du bei Personalern

Für viele sind sie nur eine Randnotiz, doch Hobbys im Lebenslauf können mehr aussagen, als man zunächst denkt. Wir verraten wir, wie du sie zu deinem Vorteil nutzen kannst.

Hobbys

Hobbys sind nicht nur ein angenehmer Zeitvertreib, sondern auch ein wichtiger Bestandteil deines Lebenslaufs. Hier erfährst du, welche Interessen du unbedingt erwähnen solltest – und welche du lieber für dich behältst.

Was macht Hobbys für Arbeitgeber so interessant?

Deine Hobbys sind natürlich Privatsache. Es gibt jedoch gute Gründe, sie trotzdem im Lebenslauf zu erwähnen. Tatsächlich bekunden 82 % der Personaler Interesse an den Hobbys ihrer Bewerber.

Natürlich wählen Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht nach ihren Freizeitaktivitäten aus – zumindest nicht ausschließlich. Im Zweifelsfall stellt der Abschnitt über Hobbys im Lebenslauf jedoch das Zünglein an der Waage dar. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Entscheidung zwischen zwei Bewerbern besonders knapp ausfällt. In diesem Fall werfen Personaler gern einen Blick auf die Hobbys der Kandidaten. Sie verraten nämlich einiges über die Eignung des Bewerbers für die jeweilige Stelle. Je mehr Bezug Personaler zum Unternehmen herstellen können, desto besser.

Hobbys bedeuten für Unternehmen eine Orientierungshilfe im Bewerbungsverfahren. Sie geben Aufschluss über den Charakter und die Fähigkeiten des Kandidaten. Doch nicht jedes Hobby ist auch gleich aussagekräftig. Erwähnenswert ist in der Regel nur, was dich von der Masse abhebt oder besondere Talente unter Beweis stellt. „Lesen“, „Fernsehen“ oder „etwas mit Freunden unternehmen“ zählen in der Regel nicht dazu.

Diese Hobbys schrecken Personaler ab

Einige Freizeitaktivitäten weisen natürlich größere Schnittmengen mit den Wünschen eines Arbeitgebers auf als andere. Daher gibt es auch Interessen, die ein unvorteilhaftes Licht auf den Bewerber werfen. Diese Hobbys solltest du also lieber unerwähnt lassen:

Extremsportarten: Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko verstehen Personaler in der Regel als Warnsignal – nicht nur aufgrund häufiger Krankheits- und Fehltage. Extremsportler stehen häufig im Verdacht, ihre Risikobereitschaft auch im Beruf auszuleben. Insbesondere Positionen mit finanzieller Verantwortung vergeben Unternehmen daher lieber an andere Bewerber.

Computerspiele, Lesen: Videospiele haben bei Personalern noch immer einen negativen Ruf. Sie verbinden das Hobby weniger mit technischem Know-how oder Geschicklichkeit, sondern eher mit Passivität und Eigenbrötlerei. Auch Lesebegeisterte haben mit dem Vorwurf der Menschenscheue zu kämpfen. Da ihr Interesse ohne die Gesellschaft anderer auskommt, unterstellen ihnen Unternehmen vor allem mangelnde Teamfähigkeit.

Nicht zu unterschätzen: Der Kontext der Bewerbung

Eine Musterlösung existiert für Hobbys im Lebenslauf jedoch nicht. Welche Aktivitäten in die Bewerbung gehören, hängt vor allem vom Kontext ab. Das Unternehmen, die Stelle und die Tätigkeit entscheiden unter Umständen darüber, welche Wirkung die jeweiligen Freizeitaktivitäten erzielen. So werden aus negativen Eigenschaften schnell Tugenden – oder umgekehrt.

Bewirbst du dich zum Beispiel bei einem Verlag, setzt der Arbeitgeber das Interesse am geschriebenen Wort gewissermaßen voraus. Hier solltest du das Hobby „Lesen“ unbedingt erwähnen. Da das aber wahrscheinlich auf alle anderen Bewerber ebenfalls zutrifft, solltest du dein Leseverhalten etwas ausschmücken, zum Beispiel so:

Hobbys: Lesen (Historien-Romane, Belletristik, Grafik-Novellen)

Besonders eignen sich natürlich auch Bereiche, auf die sich der entsprechende Verlag spezialisiert. Das strahlt Interesse am Unternehmen aus. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass du dich tatsächlich mit dem Thema auskennst. Gleiches gilt für das Hobby „Computerspiele“. Bewirbst du dich als Spieleentwickler oder Redakteur für eine Fachzeitschrift, verdienen deine Erfahrungen mit dem Medium einen Platz im Lebenslauf. Spezifizieren solltest du deine Angaben aber auch in diesem Fall – zum Beispiel in Bezug auf Genres oder bestimmte Entwickler.

Der Kontext kann aber auch einen negativen Eindruck erzeugen:

Erwähnst du einen Ausdauersport wie Marathonlauf, könnten einige Personaler durchaus stutzig werden. Immerhin setzt dieser Sport intensives Training voraus. Erfordert die freie Stelle ein vergleichbares Maß an Hingabe, steht ein Interessenkonflikt im Raum. Im Zweifel vergibt das Unternehmen diese Stelle lieber an einen anderen Bewerber.

Tipps: So bringst du deine Hobbys wirkungsvoll im Lebenslauf unter

Hobbys führst du am besten stichpunktartig am Ende des Lebenslaufs an. Statt einem Fließtext reicht eine Aufzählung mit Komma-Trennung aus. Die folgenden Punkte solltest du jedoch beachten, bevor du deine Hobbys im Lebenslauf unterbringst:

  1. Erwähne nur das Wichtigste: Vier Freizeitbeschäftigungen sind häufig ein guter Richtwert. Ist etwas nicht besonders aussagekräftig oder im Kontext deiner Bewerbung nicht wichtig? Lasse es lieber weg. So bleibt mehr Raum für wirklich wichtige Interessen.
  2. Ein passives Hobby wie Lesen oder Musikhören kann durch eine aktivere Formulierung aufgewertet werden. Literatur- oder Musik-Recherche verdeutlicht zum Beispiel, dass du die Initiative übernimmst und aus eigenem Antrieb etwas leistest. Übertriebene Kreativität erzeugt jedoch den Eindruck von Wichtigtuerei. In der Regel empfiehlt sich ein gesundes Mittelmaß.
  3. Ehrlichkeit währt am längsten – auch bei den Hobbys in deinem Lebenslauf. Ausgedachte Hobbys und Übertreibungen fliegen in der Regel auf, sobald der Personaler später eine Frage dazu stellt. Das ist nicht nur peinlich – eine Lüge bedeutet nicht selten auch das sofortige Ausscheiden im Bewerbungsverfahren. Daher solltest du grundsätzlich bei der Wahrheit bleiben. So bist du auf der sicheren Seite.
  4. Ungenutzten Platz in dieser Rubrik des Lebenslaufs kannst du nutzen, um etwas in die Tiefe zu gehen. Angenommen, du interessierst dich für Kunst, zeichnest oder malst. In diesem Fall empfiehlt es sich, etwas ins Detail zu gehen: Hobbys: Landschaftsmalerei (Aquarell, Öl)
  5. Teilnahmen an Wettbewerben, Erfolge oder Spezialgebiete sind in der Regel noch interessanter als die Hobbys selbst. Sie wirken konkreter und veranschaulichen, wie viel Wert du auf diesen Aspekt deines Lebens legst:

    Hobbys: Laufsport (Teilnahme Hamburg City Marathon, 2018)

    Hobbys: Schach (Landesmeister Thüringen, 2016)

    Hobbys: Musik (eigener Blog zum Thema Barockmusik)

  6. Achte auf die Schreibweise. Zwar heißt es im Englischen „Hobbies“, im Deutschen lautet sie jedoch korrekt „Hobbys“. Wenn du deine Bewerbung im deutschen Sprachraum verschickst, gilt auch die entsprechende Rechtschreibung.
  7. Außergewöhnliche Interessen sind grundsätzlich ein Pluspunkt im Lebenslauf. Zu exotische oder sehr spezifische Freizeitaktivitäten bewirken aber oft das genaue Gegenteil. Sie wirken hochgestochen und verunsichern viele Personaler. Vor allem englischsprachige Hobbys wie „Urban Knitting“ oder „Geoguessing“ dürften besonders bei älteren Semestern für Verwirrung sorgen. Am besten entscheidest du dich für eine Formulierung, mit der jeder etwas anfangen kann. Ansonsten gilt auch hier: weglassen.

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