2019 | Lesezeit: 11 Minuten

Online-Bewerbung: Anforderungen und Stolperfallen digitaler Bewerbungen

Die Bewerbung per E-Mail oder das Internet ist heute in vielen Branchen der Standard. Wir verraten dir, worauf du bei einer Online-Bewerbung achten solltest.

Online-Bewerbung

Im digitalen Zeitalter ist es nur konsequent, auch bei Bewerbungen nicht mehr den postalischen, sondern den digitalen Weg einzuschlagen. Den Gang zur nächsten Postfiliale kann man sich sparen, außerdem kommt die Bewerbung in Sekundenbruchteilen beim potenziellen Arbeitgeber an. Ganz so bequem und einfach ist das digitale Bewerben allerdings nicht – es stellt ebenso wie die „klassische“ Variante einige Ansprüche an die Bewerber und verlangt kaum weniger Sorgfalt.

Höherer Anspruch durch die Technik

Digitale Bewerbungen und solche in Papierform unterscheiden sich kaum voneinander: Gefordert sind dieselben Unterlagen, dieselbe Korrektheit der Angaben, dieselbe sorgsame Auseinandersetzung mit der ausgeschriebenen Stelle und dem dahinterstehenden Arbeitgeber. Tatsächlich ist es sogar so, dass eine Online-Bewerbung eine potenziell größere Gefahr hinsichtlich etwaiger Fehler bietet.

Die Gründe hierfür sind ganz unterschiedlich, angefangen bei der zwangsläufig notwendigen, aber nicht immer souveränen, Auseinandersetzung mit der Technik. Falsche Dateiformate können bereits ein K.o.-Kriterium für die Bewerbung sein, ganz unabhängig von den beruflichen Qualifikationen – immerhin wollen nicht nur die Bewerber ihre Unterlagen so schnell wie möglich an die richtige Stelle bringen. Denn umgekehrt ist es auch im Sinne der Personalabteilungen, möglichst schnell und bequem Einsicht in diese Unterlagen zu erhalten.

Zeit ist ohnehin ein wichtiger Faktor. Die Möglichkeit, die Bewerbung innerhalb weniger Mausklicks auf den Weg zu bringen, verführt unter Umständen zu allzu raschem Handeln. Allerdings können auch kleine Flüchtigkeitsfehler große Wirkung zeigen – insbesondere dann, wenn sie sich in einer Bewerbung summieren. Nimm dir also die Zeit und prüfe deine Bewerbung noch einmal ganz genau auf Inhalt und Rechtschreibung.

Stolperfallen auf dem Weg zur korrekten Online-Bewerbung

Die nachfolgend aufgelisteten Stolperfallen mögen vielleicht lapidar klingen, dennoch tauchen sie immer wieder in digitalen Bewerbungen auf. Da es allerdings auch online keine zweite Chance für einen ersten Eindruck gibt, ist es umso wichtiger, diese Selbstverständlichkeiten mit aller Gewissenhaftigkeit zu überprüfen.

Die Bewerbungsmail

Stolperfalle #1: Die E-Mail-Adresse

Die korrekte E-Mail-Adresse ist gleich in doppelter Hinsicht zu beachten. Zum einen gilt es, die Adresse des Arbeitgebers korrekt zu verwenden und sich nicht gleich durch eine unzustellbare Mail aus dem Bewerberrennen zu verabschieden. Zum anderen ist bei der eigenen E-Mail-Adresse Seriosität gefragt: Adressen, die im privaten Kreis als lustig empfunden werden (etwa Spitznamen und dergleichen), vermitteln auf dem Arbeitsmarkt nun einmal nicht die angebrachte Ernsthaftigkeit.

Tipp: Lege dir eine seriöse E-Mail-Adresse zu, über die deine Bewerbungskorrespondenz läuft. Falls möglich sollte diese deinen vollständigen Namen enthalten.

Stolperfalle #2: Die Betreffzeile

Immer wieder bleiben die Betreffzeilen bei Online-Bewerbungen leer. Das macht jedoch einerseits die schnelle Einordnung deiner Bewerbungsmail schwierig, andererseits vermittelt es im schlimmsten Fall sogar den Eindruck einer unkonzentrierten oder gar unzuverlässigen Arbeitsweise.

Trage deswegen in der Betreffzeile zumindest das Anliegen deiner Mail ein, falls möglich ergänzt um die Kennziffer der betreffenden Stellenausschreibung.

Stolperfalle #3: Die korrekte Ansprache

Im Netz ist der Umgangston für gewöhnlich etwas lockerer, allerdings muss zum geschäftlichen Schriftverkehr – und dazu gehört eine Bewerbung schließlich – eine klare Linie gezogen werden. Eine Begrüßung wie „Hallo“ oder „Hey“ ist dabei genauso unangemessen wie Chat-Abkürzungen oder Smileys. Das gilt im Übrigen genauso für die Abschiedsformel, bei der dem üblichen „mit freundlichen Grüßen“ der Vorrang vor allzu persönlichen oder saloppen Formulierungen gegeben werden sollte.

Tipp: Im Idealfall kennst du den Namen deines Ansprechpartners, dann schreibst du die betreffende Person natürlich direkt an. Kannst du keinen direkten Ansprechpartner finden, ist es nach wie vor zulässig, das Anschreiben mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ zu beginnen. Besser ist allerdings die persönliche Anrede.

Stolperfalle #4: Das doppelte Anschreiben

Das Anschreiben gehört zu einer vollständigen Bewerbung dazu, weshalb es für gewöhnlich in den restlichen Unterlagen enthalten ist. Die Frage stellt sich daher, ob dieses Anschreiben in der E-Mail noch einmal im kompletten Wortlaut wiederholt werden sollte.

Die kurze Antwort lautet: Nein. Der alleinige Hinweis, dass du deine vollständigen Bewerbungsunterlagen im Anhang mitschickst, ist umgekehrt ein wenig dürftig. Einige persönliche Sätze, mit denen du auf die ausgeschriebene Stelle, den Arbeitgeber oder womöglich einen bereits bestehenden Kontakt Bezug nimmst, sind daher ein guter Mittelweg.

Die Bewerbungsunterlagen

Stolperfalle #5: Die Anhänge

Manche Arbeitgeber bieten den Service an, die Bewerbungsunterlagen direkt auf der eigenen Homepage über ein entsprechendes Formular einzureichen. Hier hast du die Möglichkeit, alle Bestandteile deiner Bewerbung einzeln hochzuladen. Anders verhält es sich jedoch bei einer Bewerbung per E-Mail. Hier kannst du zwar auch Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und andere Anlagen als separate Dateien im Anhang versenden, sinnvoll ist das aus verschiedenen Gründen aber nicht:

Abgesehen davon, sollte selbst bei einer zusammengefassten Datei, welche sämtliche Unterlagen enthält, der bürokratische Aufwand so gering wie möglich gehalten werden. Sprich: Eine „schlanke“ Bewerbung enthält (im PDF-Format, aber dazu später ausführlich) insgesamt etwa 10 bis 15 Seiten. Damit sollten die wichtigsten Dokumente erfasst sein.

Tipp: Solltest du aus Platzgründen auf einige Nachweise verzichtet haben, kannst du dies kurz in deiner E-Mail vermerken und darauf hinweisen, dass du die Unterlagen bei Bedarf nachreichst.

Stolperfalle #6: Das Dateiformat der Anlagen

Es gibt zahllose Lizenz- und Open-Source-Programme, die beim Verfassen einer Bewerbung genutzt werden können. Während das eine Frage des persönlichen Geschmacks ist, sollte beim Versenden der Bewerbungsunterlagen jedoch auf größtmögliche Kompatibilität der Dateien geachtet werden.

Daher solltest du ein allgemein gebräuchliches Dateiformat wählen: Für die Dokumentenansicht ist das nach wie vor das PDF-Format. Mindestvoraussetzung für eine seriöse Online-Bewerbung ist daher die Fähigkeit, die Anlagen in eine PDF-Datei zusammenzufügen. Dies hat einige Vorteile:

Tipp 1: Die maximale Dateigröße wird üblicherweise in der Stellenausschreibung angegeben. Ein guter Richtwert sind zwischen 2 und 3 MB, jedenfalls nicht mehr als 5 MB. Um diese Größenordnung nicht zu überschreiten, solltest du schon bei den einzelnen Scans deiner Zeugnisse, Bewerbungsfotos und Unterschrift auf deren Größe achten. Die Größe der finalen PDF-Datei kannst du beispielsweise durch die einfache Herabstufung der Qualität herabsetzen.Hier gilt es, eine gute Balance zu finden, denn unscharfe Unterlagen sind ebenfalls ein No-Go.

Tipp 2: Vermeide zip- oder rar-Dateien, die vom Empfänger erst entpackt werden müssen.

Stolperfalle #7: Die Anordnung der Anlagen

Achte bei der Zusammenstellung deiner Bewerbungsunterlagen darauf, die Anlagen in eine stimmige Reihenfolge zu bringen:

Tipp 1: Eine persönliche und aufwändige Gestaltung ist ein klares Indiz für ein ernsthaftes Interesse an einer ausgeschriebenen Stelle. Dazu kann selbst eine vermeintliche Kleinigkeit wie deine Unterschrift beitragen. Immerhin muss die für die digitale Bewerbung eingescannt, als Grafik in das Word-Dokument und anschließend in das PDF-Format übertragen werden. Mache dir daher ruhig die Mühe und füge dem Anschreiben deiner Bewerbung eine Unterschrift hinzu.

Tipp 2: Kontrolliere vor dem Versenden, ob die zusammengefügten Dokumente alle richtig ausgerichtet sind. Es wäre ärgerlich, wenn eine oder mehrere Seiten erst gedreht werden müssten, um sie lesen zu können.

Stolperfalle #8: Der Dateiname

Apropos Kleinigkeiten und ihre Wirkung – auch die Bezeichnung deiner Bewerbungsdatei sollte Beachtung finden. Die PDF-Datei mit deinen Unterlagen schlichtweg als „Bewerbung“, „Bewerbungsunterlagen“ oder „Lebenslauf“ zu betiteln, ist angesichts der zu vermutenden Vielzahl an Bewerbern nicht wirklich hilfreich.

Eine eindeutige Dateibezeichnung ist ein geringer Aufwand, der dennoch ein positives Zeichen setzt. Mögliche und ausreichende Formen wären etwa:

Vergiss bei aller Sorgfalt für das Zusammenstellen, Organisieren und Bezeichnen deiner Bewerbungsunterlagen am Ende nur nicht, diese auch der entsprechenden Mail beizufügen! Unsere Checkliste hilft dabei, die wichtigsten Punkte im Auge zu behalten.

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