2019 | Lesezeit: 9 Minuten

Inhalt des Anschreibens: Was darf nicht vergessen werden?

Welche Informationen gehören in ein gutes Anschreiben für die Bewerbung? So schreibst du ein Anschreiben, das deinen zukünftigen Arbeitgeber direkt überzeugt.

Inhalt

Das Anschreiben einer Bewerbung ist von zentraler Bedeutung. Es sollte also auf keinen Fall einfach nur per Copy-and-Paste an verschiedene Firmen der gleiche Text versandt werden. Welche Inhalte aber muss ein gelungener Text vorweisen?

Gibt es eine Anleitung für mein Bewerbungsschreiben?

Es gibt im Internet zahlreiche Beispiele für Bewerbungsschreiben. Diese können zur Orientierung verwendet werden. Da ein Anschreiben allerdings inhaltlich stets individuell gestaltet sein sollte, empfiehlt es sich, diese Vorlagen detailliert anzupassen. Eine Anleitung kann jedenfalls für den Aufbau und die optische Gestaltung herangezogen werden, da hier Einheitlichkeit wünschenswert ist.

Was gehört in ein Anschreiben?

Es sollten für die Stelle relevante Punkte und Fakten angeführt werden. Darunter fallen deine Motivation, dein Bezug zum Unternehmen, zentrale berufliche Erfahrungen und Fähigkeiten sowie brauchbare Zusatzqualifikationen bzw. Soft Skills, etwa Organisationsgeschick oder Verhandlungstalent. Sofern es gefordert ist, sollten auch der frühestmögliche Eintrittstermin und die Gehaltsvorstellung erwähnt werden.

Wie baue ich ein Anschreiben inhaltlich auf?

Beginnen sollte der Text mit einer Einleitung für das Bewerbungsschreiben: Beschreibe dort deine Motivation für genau diese Stelle. Was möchtest du dort erreichen?

Dann folgt der Hauptteil. Dieser fängt mit den fachlichen Qualifikationen an. Dabei werden relevante Stationen aus dem Lebenslauf hervorgehoben und mit Beispielen aus dem Arbeitsalltag untermauert und illustriert. Es werden also zunächst fachliche Punkte beschrieben, die für die Stelle relevant sind.

Im Anschluss folgen besondere Kenntnisse, wie PC- oder Sprachkenntnisse und die Soft Skills, wie beispielsweise selbstständiges Arbeiten. Abschließend werden, sofern gefordert, der frühestmögliche Eintrittstermin sowie die Gehaltsvorstellung genannt. Im Schlusssatz wird der Wunsch auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch ausgesprochen.

Wen schreibe ich im Anschreiben an?

Dieser Punkt kann Bewerbungsschreiben-Beispielen nur begrenzt entnommen werden, da meist Muster-Adressen verwendet werden. Die Anschrift im Anschreiben sollte stets eins zu eins aus der Stellenausschreibung übernommen werden. In der Anrede sollte optimaler Weise eine Person gezielt angesprochen werden. Sofern kein Ansprechpartner angeführt ist, ist es empfehlenswert, diesen über ein Vorab-Telefonat in Erfahrung zu bringen. Lediglich wenn diese Person nicht in Erfahrung gebracht werden kann, sollte die unpersönliche Ansprache "Sehr geehrte Damen und Herren" verwendet werden. Sofern in einer Ausschreibung zwei Personen aufgeführt werden, müssen beide namentlich adressiert werden.

Was beinhaltet eine gelungene Einleitung zum Bewerbungsschreiben

Gute Anschreiben einer Bewerbung beginnen mit einer firmenbezogenen Einleitung. Diese signalisiert dem Arbeitgeber, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat. Standardsätze wie "Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als ..." sind tabu. Dieser Satz deutet darauf hin, dass es sich um ein kopiertes Standardanschreiben handelt und man sich nicht speziell für diese Stelle interessiert.

Die Berufsausbildung sollte idealerweise ebenfalls in der Einleitung zu finden sein. Einige Personalbeauftragte lesen das Anschreiben nämlich sogar vor dem Lebenslauf und sind erfreut, wenn sie sofort die wesentlichen Qualifikationen präsentiert bekommen. Sofern ein Telefonat mit dem Betrieb stattgefunden hat, sollte im ersten Satz darauf Bezug genommen werden.

Wie hebe ich mich positiv von der Bewerbermenge ab?

Ist ein Anschreiben zum Beispiel einfach kopiert, wird es kaum gelingen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Das Anschreiben ist das erste Dokument einer Bewerbung. Sie stellt sozusagen die Visitenkarte des Kandidaten dar. Da ein Personalbeauftragter in der Regel pro Bewerber bloß maximal eine Minute mit dem Lesen des Bewerbungsschreibens verbringt, muss es überzeugend aufgesetzt sein.

Es sollte also nicht nur eine gelungene Einleitung gewählt werden, sondern ansprechend weitergeführt werden. Kopierte Bewerbungsschreiben ohne individuelle Änderungen werden beim Personalbeauftragten nicht punkten. Schnell erkennt der routinierte Chef ungeänderte Vorlagen. Dennoch setzen viele Bewerber für gut empfundene Muster ein, ohne diese inhaltlich anzupassen – ein großer Fehler. Ein individuelles Anschreiben hilft einem folglich, sich von der Masse abzusetzen und verschafft somit Vorteile beim Personalbeauftragten.

Wie gebe ich Gehaltsvorstellungen korrekt an?

In den meisten Beispielen für ein Anschreiben findet man einen Satz zu den Gehaltsvorstellungen. Zunächst ist wichtig zu wissen, dass diese nur erwähnt werden sollten, sofern es in der Stellenausschreibung gefordert ist. Wird eine Stelle beispielsweise tariflich bezahlt, kann man keine eigenen Vorstellungen anbringen und man sticht negativ hervor, wenn man es dennoch tut. Umgekehrt wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit aussortiert, sofern eine Angabe gefordert ist, diese allerdings nicht erfolgt.

Es bestehen drei Möglichkeiten, die Gehaltsvorstellung zu erwähnen:

Bei der Anführung von konkreten Zahlen gibt es zwei Dinge zu beachten.

Zum einen sollte – zumindest bei Stellen, die unbefristet oder für länger als ein Jahr zu besetzen sind – immer ein Jahresgehalt genannt werden. Dies signalisiert, dass man langfristig im Betrieb bleiben möchte und beinhaltet evtl. sogar Zusatzzahlungen. Denn bei einigen Firmen werden ein Urlaubs- bzw. Weihnachtsgeld oder Prämien gezahlt. Bei Angabe eines Monatsgehalts bliebe offen, wie viel der Bewerber sich als Gesamteinkommen wünscht.

Als Zweites ist zu beachten, dass stets runde Summen genannt werden, also beispielsweise ein Brutto-Jahresgehalt von 38000 Euro.

Bevorzugt wird von Personalbeauftragten übrigens die Nennung konkreter Zahlen. Ein indirekter Satz wie "Bei meinen Gehaltsvorstellungen bin ich verhandlungsbereit" ist eine Ausweichoption. Stimmen die übrigen Qualifikationen, wird man hiermit jedoch vermutlich nicht aussortiert.

Welcher Schlusssatz empfiehlt sich?

Der Schlusssatz sollte aktiv sein, also zur Einladung zu einem Vorstellungsgespräch auffordern. Wichtig ist, dass kein Konjunktiv verwendet wird. Er könnte also lauten: “Ich freue mich auf die Einladung zu einem persönlichen Gespräch”. Hier findet man in vielen Vorlagen für ein Anschreiben einige brauchbare Variationen. Diese kann man ohne Bedenken verwenden, da bei der Schlussformel keine kreative Eigenleistung erwünscht ist.

Wie verhält es sich mit dem Wort „Anlagen“?

Bewerbungsschreiben-Beispiele enthalten manchmal das Wort Anlage, manchmal nicht. Ist dieses Wort für eine vollständige Bewerbung nun notwendig oder nicht? Hierzu gibt es verschiedene Meinungen. Selbst wenn man Personalbeauftragte fragt, erhält man unterschiedliche Antworten. Ist in einem Anschreiben das Wort nicht vermerkt, ist dies sicherlich nicht falsch. Früher war es mit einer anschließenden, vollständigen Auflistung der Anlagen gefordert. Diese Variante ist schon lange veraltet. Ob der Begriff Anlagen noch aufgeführt wird oder nicht, steht dem Bewerber frei.

Da es bei einer Bewerbung selbstverständlich ist, dass nach dem Anschreiben weitere Dokumente folgen, ist es überflüssig, dies gesondert zu erwähnen. Es ist allerdings auch kein Fehler, es dennoch zu tun. Unüblich ist heutzutage allerdings ein Anlagenverzeichnis. Jedoch führt vermutlich selbst diese Variante nicht zur Aussortierung der Bewerbung. Wichtig bleiben vor allem die fachliche Qualifikation und Nachweise dieser Qualifikation durch entsprechende Arbeitszeugnisse. Ob bereits im Anschreiben auf die Anlagen verwiesen wird, ist in vielen Fällen irrelevant. Auf keinen Fall sollte man jedoch das Wort Anlagen in Kombination mit einem Doppelpunkt und einer Auflistung der einzelnen Dokumente verwenden.

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