Lügen im Lebenslauf

Viele Bewerber frisieren Ihren Lebenslauf ein wenig, um Lücken zu kaschieren und sich auf dem Arbeitsmarkt so gut wie möglich zu präsentieren. Das geschieht häufiger als man denkt: Studien zu Folge enthalten etwa 20 bis 30 Prozent der Bewerbungen Falschangaben.

Einige versuchen, ihren Marktwert besser aussehen zu lassen, indem Sie bei der Angabe des bisherigen Gehaltes schummeln. Am häufigsten neigen Bewerber jedoch bei Angaben zu ihren Fähigkeiten, Erfolgen sowie in Bezug auf ihren früheren Aufgaben- und Verantwortungsbereich zur Schönfärberei.

So wird aus einem Partyurlaub eine Sprachreise. Aus einem Praktikum wird eine Festanstellung und aus einer selbstverschuldeten Kündigung wird eine Kündigung aufgrund der Insolvenz des Unternehmens.

Die Grenze zwischen Optimierung und Betrug

Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen einer sprachlichen Lebenslaufkosmetik und handfesten Lügen. In Bewerbungen gilt die Wahrheitspflicht, sodass bewusste Falschangaben mit betrügerischer Absicht sowohl berufliche als auch rechtliche Folgen haben können. Wer bei berufsrelevanten Angaben lügt, um die jeweilige Stelle zu bekommen, macht sich wegen Betruges strafbar und in besonders schweren Fällen sogar wegen Urkundenfälschung. Das "Pimpen" von Bewerbungen ist also kein Kavaliersdelikt, sondern wird strafrechtlich verfolgt. Zum einen können die Lügen zur Kündigung führen - unabhängig davon, wie lange der Mitarbeiter schon eingestellt ist und in der Praxis überzeugt hat -, zum anderen können Schadensersatzforderungen sowie Freiheitsstrafen anfallen.

Sprachliche Optimierungen sind natürlich legitim, solange sie die Realität nur vorteilhafter und nicht falsch darstellen. Desweiteren muss man sich auch keine Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, wenn man seine Sprachkenntnisse wegen einer schlechten Selbstwahrnehmung überschätzt hat oder den Lebenslauf ein wenig mit interessanten Hobbys aufgepeppt hat, die man womöglich gar nicht hat.

Bewerber hat bei seiner Einstellung gelogen und hat Angst vor den Konsequenzen

Bei diesen Lügen drohen strafrechtliche Konsequenzen

Rechtliche Folgen sind erst dann zu befürchten, wenn der Bewerber absichtlich falsche Angaben macht, die notwendig für die angestrebte Stelle sind. Wenn der Arbeitgeber also nachweisen kann, dass ein Bewerber die Stelle aufgrund falscher Angaben bekommen hat, kann er den Angestellten fristlos entlassen. Es gibt zwar eine Verjährungsfrist von einem Jahr, diese beginnt allerdings erst an dem Tag, an welchem der Betrug auffällt.

Ausnahme bei nicht erlaubten Fragen

In einem Fall ist es aber sogar erlaubt zu lügen! Wenn der Personaler im Bewerbungsgespräch unzulässige Fragen stellt, sind Sie nicht dazu verpflichtet, diese ehrlich zu beantworten. Ein Arbeitgeber darf Sie beispielsweise nicht nach einer Behinderung oder Krankheit fragen, solange diese keine direkte Auswirkung auf die berufliche Tätigkeit hat. Falls der Personaler Sie also fragt, ob Sie an einer Krankheit leiden, können Sie dies verneinen, auch wenn Sie erkrankt sind.

  • Wie viel schummeln ist beim Lebenslauf erlaubt?

    Der Lebenslauf sollte der Wahrheit entsprechen.

    Ein Lebenslauf setzt voraus, dass man sich an die Fakten hält. Das schließt nicht aus, dass man den Lebenslauf in Richtung des Stellenprofils modifiziert, um so Stringenz und einen roten Faden zu entwickeln. Dazu werden Aspekte betont und herausgestellt, die zur Stellenausschreibung passen. Unwesentliches kann weggelassen werden. Wenn Sie beispielsweise auf ein pädagogisches Profil hinarbeiten, erwähnen Sie Kinderkurse, Freizeiten etc., die von Ihnen geleitet wurden. Bewerben Sie sich auf eine Position im technischen Bereich, so sind diese Facetten Ihres Lebens uninteressant bzw. können als Marginalie zusammengefasst werden. Für Personaler ist auch entscheidend, ob Sie in der Lage sind Wesentliches vom Unwesentlichen zu unterscheiden. Das sieht man bereits an der Struktur Ihres Lebenslaufes.

  • Was passiert bei Lügen im Lebenslauf?

    Bewusstes Lügen sollte unterbleiben. Wenn Sie Abschlüsse und Dokumente fälschen, so ist das ein Straftatbestand, der unter Umständen mit erheblichen Konsequenzen für Sie verbunden sein kann. Ihre Bewerbung wird abgelehnt. Sollten Sie sich in einem Bereich bewerben, der mit Reputationen etc. verbunden ist, müssen Sie damit rechnen, insgesamt an Glaubwürdigkeit zu verlieren und auch von anderen Firmen der Branche abgelehnt zu werden. Sie minimieren damit Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt immens. Täuschen Sie Fähigkeiten vor, über die Sie nicht verfügen, so wird dies spätestens in der Probezeit offensichtlich und wird mit einer Kündigung verbunden sein. Hier wäre auch eine fristlose Kündigung mit sofortiger Wirkung gerechtfertigt, da Sie den Arbeitgeber bewusst getäuscht haben.

  • Ist Lügen im Lebenslauf strafbar?

    Kann die Lüge nachgewiesen werden, ist es möglich, Ihnen Betrug zu unterstellen: Sie geben Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen vor, um ein Vertragsverhältnis zu erlangen, in dem Sie der Arbeitgeber entsprechend Ihrer nicht vorhandenen Kompetenzen entlohnt. Damit fügen Sie dem Unternehmen mit Vorsatz wirtschaftlichen Schaden zu. Ihr Profil entspricht nicht dem, was Sie vorgeben. Das Gehalt wird jedoch vorbehaltlich Ihrer Angaben im Lebenslauf geleistet.

  • Im Lebenslauf gelogen. Was nun?

    Betreiben Sie Schadensbegrenzung, indem Sie Ihre Bewerbung zurückziehen.

    Sie haben Bewerbungsunterlagen mit einem gefälschten Lebenslauf eingereicht: Sinnvoll ist es, den Schaden zu minimieren, das Bewerbungsgespräch abzusagen und Ihre Bewerbung zurückzuziehen.

    Ihre Bewerbung wurde akzeptiert und Sie sind bereits im Unternehmen tätig: Je nach Ihrer Position sollte Ihre Entscheidung ausfallen. Handelt es sich um eine subalterne Aushilfstätigkeit, die ohnehin temporär begrenzt ist und nur durchschnittliche Kompetenzen erfordert, die Sie auch tatsächlich erbringen können, so bewähren Sie sich. Sind Sie jedoch in einem sensiblen Bereich tätig und haben eine Straftat verschwiegen, so müssen Sie mit Konsequenzen rechnen. Von daher wäre es sinnvoll, möglichst rasch unter einem Vorwand zu kündigen.

    Unternehmen sind auf die Loyalität ihrer Mitarbeiter angewiesen. In vielen Firmen kommen Datenschutz-Weisungen etc. hinzu. Ist das Vertrauensverhältnis bereits mit der Bewerbung zerrüttet, so können Sie nicht mit einem festen Arbeitsverhältnis rechnen. Haben Sie sich auf eine Führungsposition beworben, sollten Sie möglichst rasch kündigen.

Lücken im Lebenslauf - Wie geht man damit um

Lücken im Lebenslauf sind keine Seltenheit. Wie aber geht man geschickt mit diesen um, damit sie im Bewerbungsprozess keine Rolle spielen? Dabei stellt sich zum einen die Frage nach der Länge, zum anderen nach dem Grund der Lücke.

Umgang mit problematischen Lücken im Lebenslauf

Ab welchem Zeitraum spielt eine Lücke im Lebenslauf eine Rolle?

Früher war hier von drei Monaten die Rede. Laut den meisten Ratgebern sollte man eine Lücke ab spätestens sechs Monaten vertuschen. Es ist aber auch möglich, dies erst ab einem Jahr zu tun.

Die Zeitgrenze von einem Jahr bietet sich an, da es eine Option ist, die Daten im Lebenslauf in Jahreszahlen anzugeben. Kürzere beschäftigungsfreie Zeiträume sind dann automatisch belegt. Immer mehr Firmen haben ihr eigenes Bewerbungsportal, in das man seine Daten gesondert eingeben muss. Dieses ist häufig so vorprogrammiert, dass man nicht berücksichtigt wird, wenn Zeiträume nicht belegt sind. Daher ist es ratsam alle Zeiträume von mehr als einem Jahr zu schließen.

Gibt es gute Gründe für Lücken?

Die Gründe für eine Lücke im Lebenslauf mögen vielfältig sein. Es gibt einige, die nicht erwähnt werden dürfen:

So darf man keinesfalls eine Krankheitsphase anführen, da sich jede Firma gesunde bzw. arbeitsfähige Mitarbeiter wünscht. Bleibt ein Zeitraum im Lebenslauf komplett unbesetzt, könnte genau dies hineininterpretiert werden.

Auch das Anführen einer Arbeitslosigkeit oder Berufsorientierung ohne Ergänzung wie Weiterbildung oder Ähnliches ist ungeschickt. Dies erweckt möglicherweise den Eindruck, dass man nicht sehr am Arbeiten interessiert ist.

Beispiele für gelungene Lückenfüller:

  • Private Weiterbildung (Besuch von Kursen oder im Selbststudium)
  • Sprachkurse
  • Auslandsaufenthalt zur Vertiefung der Sprachkenntnisse
  • Bildungsreise
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Praktika
  • Minijobs oder Studentenjob
  • politisches oder kirchliches Engagement (Hier ist Vorsicht geboten bei der Nennung von Parteien oder Konfessionen.)
  • Beschäftigung im Familienbetrieb
  • Pflege eines Angehörigen

Auch häufige Wechsel der Ausbildungs- bzw. Studienrichtung oder des Arbeitgebers sind zu vermeiden, da sich Firmen langjährige Mitarbeiter wünschen, die hinter ihrer Tätigkeit stehen. Einen oder mehrere Ausbildungs- oder Studienabbrüche sollte man daher nicht erwähnen.

Es sind Bewerber erwünscht, die wissen, was sie wollen. Da zu große Lücken sowie häufige Wechsel im Lebenslauf leider Kriterien für die Aussortierung sind, gilt es vorzubeugen. Auch wenn klassische Lückenfüller den meisten Personalbeauftragten bekannt sind, sind sie sinnvoller als ein beschäftigungsfreier Zeitraum. Man sollte sich lediglich bewusst sein, dass man im Vorstellungsgespräch vermutlich darauf angesprochen wird. Also empfiehlt es sich, etwas zu wählen, worüber man Auskunft geben kann.

Hat man nach der Schule beispielsweise erst einmal ein Orientierungsjahr eingelegt oder eine Ausbildung bzw. ein Studium abgebrochen, ist es sinnvoll stattdessen einen dieser Lückenfüller zu verwenden. So kann man einer vorzeitigen Aussortierung im Bewerbungsverfahren entgegenwirken.

Fragen und Antworten zu Lücken im Lebenslauf

  • Was ist mit einem lückenlosen Lebenslauf gemeint?

    Ein lückenloser Lebenslauf ist das Optimum, das in vielen Stellenanzeigen gefordert wird und auch während eines Vorstellungsgesprächs wird darauf gerne angespielt.

    Gemeint ist damit ein Lebenslauf, in dem es keine Leerstellen, also Zeiten gibt, die nicht auftauchen, da man während dieser Abschnitte arbeitslos war oder keiner anderen Beschäftigung nachgegangen ist. Gewünscht ist also der Nachweis einer durchgängigen Beschäftigung bzw. Aus- oder Fortbildung oder einer anderen Beschäftigung, die man im Lebenslauf angeben kann, zum Beispiel Tätigkeiten als Au-pair oder im Rahmen eines Work-und-Travel-Aufenthalts im Ausland, die vielleicht nicht direkt für die Stelle qualifizieren, aber zeigen, dass man Erfahrungen gesammelt hat, die für den neuen Job als Soft Skills wertvoll sein können.

  • Warum sind Lücken im Lebenslauf so schlimm?

    Lücken im Lebenslauf werden nicht gerne gesehen von Personalern und zukünftigen Arbeitgebern, weil sie sozusagen weiße Flecken auf der Landkarte der eigenen Qualifikation sind. Leerläufe zeugen davon, dass man Zeit nicht sinnvoll verwendet hat und Wartezeiten auf den Ausbildungs- oder Studienplatz nicht genutzt hat, um Qualifikationen zu erwerben. Lücken im Lebenslauf, besonders wenn sie sich über mehrere Monate oder sogar Jahre hinziehen, können eventuell hinweisen auf mangelnde Motivation, längere Krankheit oder nicht genug Kreativität, um die Zeiten ohne Arbeit oder Ausbildung sinnvoll zu füllen. Das kann als echtes Manko für den Job gelten und das Aus im Bewerbungsverfahren bedeuten.

  • Warum sollte der Lebenslauf lückenlos sein?

    Ein lückenloser Lebenslauf zeugt von einer durchgängigen Beschäftigung oder Aus- und Weiterbildung und deutet damit auf Einsatz und Engagement von Seiten des Bewerbers hin.

  • Wie schließe ich eine Lücke im Lebenslauf? Wie gehe ich mit Lücken in meinem Lebenslauf um?

    Lücken im Lebenslauf kann man schließen, indem man Weiterbildungen, Umschulungen, ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch Auslandsaufenthalte erwähnt und gezielt erklärt, wie diese für die eigene Persönlichkeit und Qualifikation beigetragen haben, denn Zeit ist normalerweise nie verloren oder nicht sinnvoll genutzt. Auch die Pflege von Angehörigen kann für Lücken im Lebenslauf sorgen und auch dies kann offen und ehrlich angesprochen werden. Wichtig ist, zu erwähnen, was man während der Zeit getan hat, in denen man keiner Arbeit nachgegangen ist bzw. seine Qualifikationen vertieft oder erweitert hat. Dazu sollte man sich überlegen, was man in diesen Zeiten getan hat und auch nachweisen kann und was dies für den aktuellen Job bringt.

  • Aktuelle Arbeitslosigkeit im Lebenslauf erwähnen?

    Im Hinblick auf das Bewerbungsgespräch sollte man auch in den einzureichenden Unterlagen möglichst ehrlich sein und dementsprechend kann auch eine bestehende Arbeitslosigkeit erwähnt werden. Diese sollte aber genau mit Daten versehen werden und jegliche Aktivität wie Weiter- oder Fortbildungen in diesem Zeitraum sollten unbedingt genannten werden.

  • Wie Arbeitslosigkeit im Lebenslauf darstellen?

    Arbeitslosigkeit im Lebenslauf darzustellen, ist am einfachsten, wenn man in dieser Zeit andere Aktivitäten verfolgt hat und diese auch belegen kann, zum Beispiel ehrenamtliche Tätigkeiten, Aushilfen etc. Deshalb sollte man, wenn möglich, Zeugnisse oder Belege für seine Tätigkeiten anfordern.

  • Wie kann ich im Lebenslauf meine Arbeitslosigkeit kaschieren?

    Arbeitslosigkeit kann man durch andere Tätigkeiten (Pflege, Elternzeit, Ehrenämter etc.) oder Weiterbildungen gut kaschieren.

  • Was ist richtig? "arbeitssuchend", "arbeitsuchend" oder "Arbeit suchend"?

    Richtig ist laut Duden arbeitssuchend. Als Nomen verwendet man Arbeitssuchender/ Arbeitssuchende.

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