2020 | Lesezeit: 8 Minuten

Struktur des idealen Lebenslaufs

Neben dem richtigen Inhalt ist auch die Struktur des Lebenslaufs wichtig: Wie lang dein Lebenslauf sein darf und worauf du achten musst, erfährst du hier.

Umfang und Struktur

Neben dem richtigen Inhalt ist auch die Struktur deines Lebenslaufs ein wichtiger Teil der Bewerbung. Ein übersichtlicher Aufbau ermöglicht es dem Personaler, alle wichtigen Informationen auf einen Blick zu erkennen. Dazu zählt in erster Linie der Umfang, also die Länge des Lebenslaufs aber auch die Schriftgröße. Im Folgendem verraten wir dir, worauf du bei der Struktur deines Lebenslaufs achten musst.

Lebenslauf Länge

Der Lebenslauf ist das Kernelement jeder Bewerbung und in der Regel für die Entscheidung des Personalers maßgeblich. Aus diesem Grund neigen manche Kandidaten dazu, den Lebenslauf mit detailreichen Ausführungen auszuschmücken. Die Annahme: Wer mehr schreiben, mehr zu einem Thema sagen kann, steche letztendlich aus der Menge hervor.

Ein unvorteilhafter Irrglaube. Denn bei einem Lebenslauf verhält es sich genau andersherum: Überflüssige Inhalte werden von potenziellen Arbeitgebern nicht gern gesehen, weil sie Zeit kosten und von wirklich relevanten Informationen ablenken.  

Hierbei sollte der Bewerber darauf achten, dass er sich auf das Wesentliche konzentriert. Langwierige Ausführungen zu Tätigkeiten, die mit der ausgeschriebenen Position nichts gemeinsam haben, überzeugen den potenziellen Arbeitgeber in der Regel nicht. Ist der Inhalt jedoch klar auf die Position zugeschnitten, werden folglich die Fakten im Werdegang besonders hervorgehoben, die für die Position wichtig sind.

Der Umfang des Lebenslaufs sollte sich in erste Linie an deinem bisherigen beruflichen Werdegang orientieren. Ein Bewerber, der nach seinem Abitur sowie Hochschulstudium eine Vielzahl von verschiedenen Positionen ausgeübt hat und einen Jobwechsel anstrebt, wird mehr über sein Berufsleben zu berichten haben als ein frischer Schulabgänger, der sich erstmalig um einen Ausbildungsplatz bemüht.

Lebenslauf Seitenzahl

Damit die Struktur deines Lebenslaufs ihren Sinn und Zweck – nämlich einen prägnanten und aussagekräftigen Überblick über die berufliche Entwicklung, Ausbildungsdaten sowie die individuellen Personendaten zu geben – nicht verfehlt, sollte der maximale Umfang von zwei Seiten in der Regel nicht überschritten werden.

Wenn du mehr als zwei Seiten für deinen Lebenslauf einplanst, solltest du dafür einen guten Grund haben – zum Beispiel zahlreiche Veröffentlichungen, die einen Platz in deinem beruflichen Werdegang verdient hätten. Im akademischen Bereich kann der Lebenslauf schnell recht lang werden. In diesen Fällen lohnt es sich, eine getrennte Publikationsliste anzufügen und nach akademischen und beruflichen Aspekten zu unterscheiden, um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten.

In anderen Betätigungsfeldern liegt die Würze in der Kürze, sodass eine Seite ausreichend ist, wenn keine wichtigen Schritte im Werdegang fehlen. Da Personaler und Arbeitgeber meist viele Bewerbungen lesen müssen, gilt die Regel: So ausführlich wie nötig, aber auch so kurz wie möglich. Wäre der Umfang nicht beschränkt, würden viele Bewerber dazu neigen, unnötige Daten zu erwähnen und sich in Unwichtigkeiten zu verlieren.

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Wann sollte ich Seitenzahlen im Lebenslauf angeben?

Sobald der Umfang des Lebenslaufs mehr als eine Seite umfasst, sollte man Seitenzahlen angeben. So behält der Personaler auch dann den Überblick, wenn die Seiten unfreiwillig durcheinandergeraten.

Lebenslauf Schriftgröße

Für eine lesbare Struktur des Lebenslaufs sollte die Schriftgröße zwischen 10 und 12 Pkt. liegen. Ansonsten sind die Informationen nicht mehr sonderlich gut lesbar. In der Regel wird sich der Personalverantwortliche außerdem nicht allzu viel Zeit für den jeweiligen Lebenslauf nehmen. Kann er die Informationen aufgrund der zu klein gewählten Schrift nicht ohne Mühen sofort erkennen, wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sofort dem nächsten Kandidaten widmen.

Achte auch darauf, dass du für deine gesamten Bewerbungsunterlagen dieselbe Schriftgröße und Schriftart verwendest. Denn eine einheitliche Struktur ist nicht nur im Lebenslauf wichtig.

Übersichtlichkeit durch die richtige Struktur im Lebenslauf

Entscheidend ist daher, dass die wichtigen Dinge einer konsequenten Struktur folgen. Dazu zählt beispielsweise der chronologische beziehungsweise antichronologische Aufbau.

Was ist ein tabellarischer Lebenslauf?

Ein tabellarischer Lebenslauf stellt übersichtlich und meist in Stichpunkten gehalten den bisherigen beruflichen Werdegang dar. Dabei wird meist unterschieden zwischen persönlichen Daten (Anschrift und Kontaktdaten), Ausbildung und bisherigen Berufserfahrung. Auch Preise, Auszeichnungen, Auslandsaufenthalte etc. gehören in diese Aufstellung. Wenn sie nicht in die obigen Kategorien passen, werden sie unter einem separaten Punkt aufgeführt. Die Struktur eines tabellarischen Lebenslaufs ist chronologisch oder antichronologisch geordnet.

Ein solcher Lebenslauf stellt keinen Sinnzusammenhang zwischen den einzelnen Punkten her, sondern gibt einen möglichst objektiven Überblick über den eigenen Werdegang und ist auf Übersichtlichkeit angelegt.

Was ist ein ausführlicher Lebenslauf?

Die Struktur eines ausführlichen Lebenslauf entspricht der eines Aufsatzes – der Lebenslauf wird also als Fließtext verfasst. Dies gibt dem Bewerber die Möglichkeit, seinen Werdegang in eigene Worte zu fassen und so die Punkte in der eigenen Karriere hervorzuheben, die ihn besonders für die Stelle qualifizieren. Ein Lebenslauf in Aufsatzform sorgt jedenfalls dafür, dass man als Bewerber zwischen den einzelnen Stationen in seinem Leben einen Sinnzusammenhang etablieren kann und so seine eigene Geschichte regelrecht schreiben kann. Ein ausführlicher Lebenslauf sollte frei von Rechtschreib-, Zeichensetzungsfehlern und grammatischen Fehlern sein. Zugleich sollten die Formulierungen gut gewählt werden. Der Aufsatz sollte sich ebenfalls grob an der eigenen Chronologie orientieren.

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Lebenslauf in Aufsatzform

Doch Vorsicht: Verfasse so einen ausformulierten Lebenslauf nur, wenn in der Stellenausschreibung explizit danach verlangt wird – nie aus Eigeninitiative.

Letzte Aktualisierung am 21.08.2020

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