Häufige Fehler beim Verfassen eines Lebenslaufes

1. Lücken und Lügen

Im Lebenslauf soll der bisherige Werdegang des Bewerbers lückenlos dargestellt werden und sämtliche Pflichtangaben sollten darin vorhanden sein. Allerdings weiß jeder Arbeitgeber, dass nahtlose Übergänge nicht in jeder Biografie möglich sind. Es ist also nicht schlimm, wenn Sie zwischen zwei Stationen - etwa zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg - vier Urlaubswochen haben. Auszeiten, die länger als acht Wochen andauern, sind hingegen problematisch. Wenn Sie innerhalb dieser Zeit weder einer dauerhaften Beschäftigung nachgegangen sind noch Praktika oder Weiterbildungen gemacht haben, wird der Personaler die Lücke im Lebenslauf hinterfragen.

Sie sollten dann nicht versuchen, die Lücken mit Lügen zu füllen, da das spätestens im Bewerbungsgespräch auffällt. Es lohnt sich auch nicht, den Lebenslauf in Jahres- statt in Monatsschritten anzugeben, da die Personaler darauf geschult sind, Lücken aufzuspüren. Machen Sie lieber eine Stärke aus Ihren Lücken, indem Sie den Zeitraum mit einer sinnvollen Erklärung füllen. Erwähnen Sie, wie Sie in der Zeit Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitert haben. Was haben Sie sich in der Zeit selbst angeeignet? Haben Sie sich sozial engagiert? Haben Sie eine Sprachreise gemacht oder VHS-Kurse besucht? Wenn Sie arbeitslos waren und keine berufsbezogenen Kenntnisse in der Zeit gewonnen haben, stellen Sie es sprachlich vorteilhafter dar. Schreiben Sie nicht "arbeitslos", sondern "arbeitssuchend". Das erweckt einen aktiveren und engagierten Eindruck.

2. Falscher Aufbau

Viele Bewerber geben ihren Werdegang chronologisch wider; beginnend mit der schulischen Qualifikation. Sinnvoller ist es, mit Ihrer aktuellen Position zu beginnen und Ihren Werdegang rückwärts zu erzählen. So sieht der Personalverantwortliche die relevantesten Angaben zuerst.

3. Unwichtige Informationen

Wie bereits beschrieben, dient der Lebenslauf als Überblick über Ihren beruflichen Werdegang. Damit er einen informativen Mehrwert bietet, sollten Sie nur die relevantesten und für die Stelle bedeutsamen Daten angeben. So sieht der Personaler wichtige Punkte auf den ersten Blick. Eher unwichtige freiwillige Angaben sind beispielsweise der Name Ihrer Grundschule, die Tätigkeiten Ihrer Eltern, die Anzahl Ihrer Geschwister etc.

4. Private Bilder als Bewerbungsfoto

Legen Sie Ihrer Bewerbungsmappe kein privates Bild als Bewerbungsfoto bei! Der Arbeitgeber sucht einen Mitarbeiter für sein Unternehmen und keinen Freund für die Freizeit. Also zeigen Sie sich von Ihrer seriösen Seite und überzeugen Sie mit Ihrer Fachkompetenz. Professionelle Bewerbungsfotos können Sie bei jedem Fotografen anfertigen lassen.

5. Rechtschreibfehler

Überprüfen Sie Ihre Bewerbung noch einmal gründlich nach Rechtschreibfehlern, bevor Sie sie abschicken. Immerhin wollen Sie von Ihrem Fleiß und Engagement überzeugen. Eine Bewerbung mit Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehlern zeugt hingegen von wenig Aufmerksamkeit und Interesse.

Fazit

Denke Sie daran: Für den Personaler ist der Lebenslauf der wichtigste Teil der Bewerbung - zumindest wenn es um die ersten Auswahl der Bewerber geht.

  • Fehler im Lebenslauf (nach dem Versand) entdeckt. Was nun?

    Liegt nur ein kleiner Fehler – beispielsweise ein fehlendes Komma – vor, sollten Sie nichts unternehmen. Haben sich jedoch größere Fehler eingeschlichen, bietet es sich an, eine korrigierte Version des Lebenslaufs abzusenden und dies in einem kurzen Anschreiben zu begründen. Wird der Lebenslauf über das Internet an ein großes Unternehmen gesendet, besteht die Möglichkeit, dass die vorherige Version im Programm automatisch gelöscht wird.

Chef geht kritisch die Bewerbungen durch und sucht nach Fehlern

Lebenslauf.de hat die häufigsten Fehler im Lebenslauf analysiert

Den ein oder anderen Fehler macht praktisch jeder Bewerber in seinem Lebenslauf. Es geht darum Flüchtigkeitsfehler und im Besonderen die schwerwiegenden, zur Aussortierung führenden, Fehler unbedingt zu vermeiden.

Lebenslauf.de hat mit Personalverantwortlichen gesprochen und hunderte Lebensläufe analysiert und nach wiederkehrenden Fehlern gesucht. Auf Basis der Kenntnisse entstand die folgende Liste, die stets erweitert wird:

Mindestens einer dieser Fehler befindet sich in den meisten Lebensläufen:

  • Fehlende Aussagekraft

    Tätigkeiten werden nicht beschrieben: Unter Berufserfahrung werden nur Arbeitgeber und Positionen aufgelistet, nicht aber für den anvisierten Job relevante Tätigkeiten und Erfolge. Qualifikation, Fachwissen und Erfahrung sind so schwer oder kaum zu erkennen.

  • Nicht erklärte Lücken

    In deinem Lebenslauf befinden sich Lücken über sechs Monate, die nicht erklärt werden. Manchmal gibt es gute Gründe, die keinesfalls vergessen werden sollten: Zum Beispiel ein Sprachaufenthalt oder die Elternzeit.

  • Fehlendes Geburtsdatum

    Zwar bist du nicht verpflichtet dein Geburtsdatum oder dein Alter zu nennen, du solltest es aber trotzdem tun: Das Alter ist für Arbeitgeber von großer Bedeutung.

  • Unseriöses Bewerbungsfoto

    Selbst wenn du auf einem Urlaubsfoto am besten aussiehst, solltest du es nicht als Bewerbungsfoto nutzen. Gleiches gilt für Ganzkörperaufnahmen, Selfies und Passbilder (besonders für biometrische). Besonders Hochschulabsolventen und Bewerber mit Berufserfahrung sollten in ein echtes Bewerbungsfoto investieren.

  • Unkonkrete Zeitangaben

    Gerne werden Jahreszahlen als Zeitangaben (z.B. 2011 - 2012) zum Verstecken von Lücken genutzt. Das wissen Arbeitgeber und deshalb solltest du, wenn du nichts zu verstecken haben, jeweils auch die Monate angeben (z.B. 01/2011 - 11/2012).

  • Unterschrift vergessen

    Lebensläufe werden unterschrieben. Wer das nicht tut begeht einen Formfehler. Viele Arbeitgeber schauen darüber hinweg, Aussortierung droht aber bei Bewerbungen für Jobs, wo es auf sorgfältiges Arbeiten ankommt. Mancher kommt auch zu dem Schluss, dass der Bewerber sich nicht zu allen Angaben bekennen möchte.

  • Falsche Reihenfolge

    z.B. Grundschule zuerst und Studium zuletzt oder Berufsausbildung zuerst und aktuelle Position zuletzt. Die umgekehrt chronologische Gliederung sollte zum Einsatz kommen: Die neuesten und relevantesten Angaben zuerst.

  • Unwichtige Informationen

    Irrelevante Informationen machen den Lebenslauf unübersichtlich und lange. Beispiele: Angabe von Details zur Grundschule, Informationen zu Eltern und Geschwistern, sämtlicher Nebenjobs; nicht relevanter Weiterbildungen; der Konfession oder sogar der Kindergartenzeit.

  • Rechtschreibfehler

    Häufig sind Fehler bei Groß- und Kleinschreibung, aber auch gravierende Rechtschreibfehler. Achtung: Tippfehler stehen für unkonzentriertes Arbeiten, grobe Rechtschreib- und Grammatikfehler für wirkliche Sprachschwächen.

  • Falsche Formatierung

    Steht für schlechten Umgang mit dem Computer und für unsauberes Arbeiten. Beispiele: Verschiedene Schriftgrößen, zu kleine Schriftgröße, verschiedene Schriftarten, uneinheitliche Aufzählungszeichen, überflüssige Leerzeichen, etc.

  • Kein roter Faden

    Aus einem unstetigen Lebenslauf wird fehlende Motivation und Unzuverlässigkeit interpretiert.

  • Arbeitslosigkeit erwähnen

    Der zu offene Umgang mit der Arbeitslosigkeit ist nicht immer gut. Es wird jedenfalls empfohlen sie nicht beim Namen zu nennen (Alternative: berufliche Umorientierung)

  • Irrelevante Hobbys

    Thematisiere nur Hobbys die für die Position von Relevanz sind oder für positive Eigenschaften stehen (z.B. Teamfähigkeit)

  • Lügen

    Du solltest nicht lügen - auch nicht bei der Bewerbung. Oft kommt die Wahrheit im Vorstellungsgespräch oder vielleicht auch erst im Berufsalltag heraus. Besonders bei der zweiten Variante drohen straf- und arbeitsrechtliche Konsequenzen.

  • Offensichtliche Übertreibungen

    Präsentiere deine Stärken, aber übertreibe nicht. Erfahrene Personaler haben einen Blick dafür oder überprüfen Angaben im Vorstellungsgespräch - das fließende Englisch in Wort und Schrift lässt sich leicht überprüfen.

  • zu umfangreich

    Der Lebenslauf hat mehr als zwei Seiten oder die wichtigsten Informationen ließen sich auch auf einer Seite darstellen. Tipp: Nicht relevante und lange zurückliegende Positionen nur kurz erwähnen und auf die aktuellen und relevanten konzentrieren.

  • Immer der gleiche Lebenslauf

    Der passende Lebenslauf sollte auf die Position, Stellenanzeige und Bewerbersituation zugeschnitten sein. Wer immer den gleichen sendet, kann sich nur schwer perfekt präsentieren.

  • Unpassender Dateiname

    Bei der Bewerbung per E-Mail oder über Bewerbungsportale auf den Dateinamen aufpassen. Gut: z.B. Lebenslauf.pdf oder Lebenslauf_Max_Muster.pdf - Schlecht: z.B. "lebenslauf2012_KOPIE(1).pdf"

  • Lebenslauf nicht aktuell

    Erfahrungen, Fähigkeiten und Erfolge sind nicht auf dem neuesten Stand oder die aktuelle berufliche Situation ist nicht erkennbar oder falsch dargestellt.

  • Telefonnummer vergessen

    Eine wichtige Formalität - das Fehlen zählt als Nachlässigkeit. Übrigens: Die Einladung zum Vorstellungsgespräch erfolgt meist telefonisch auch für Rückfragen oder für telefonisches Vorgespräch melden sich Personaler.

  • E-Mail-Adresse vergessen

    Eine E-Mail-Adresse gehört in den meisten Fällen zu den Kontaktdaten. Besonders bei Onlinebewerbungen und bei Bewerbungen für Jobs für die Computer erforderlich sind.

  • Unseriöse E-Mail-Adresse

    Lege am besten eine E-Mail-Adresse mit deinem Vor- und Nachnamen an. "[email protected]" anstatt "[email protected]".

  • Die letzte Seite ist fast leer

    Durch eine bessere Struktur oder Verknappung der Inhalte hätte man diese Seite sparen können.

  • Uneinheitliches Design

    Der Lebenslauf passt nicht zum Design des Anschreibens. Vereinheitliche die Bewerbung.

  • Angabe der Grundschule

    Die Angabe der Grundschule ist in den meisten Fällen überflüssig und bläht nur die Bewerbung auf.

  • Explizite Aufzählung von Stärken

    Deine Stärken und positiven Eigenschaften sollten aus der Berufserfahrung, Bildung und den Interessen hervorgehen und nicht einfach nur aufgezählt werden.

  • Irrelevante EDV-Kenntnisse

    Wer sich als Busfahrer bewirbt, braucht nicht groß über seine Photoshop-Kenntnisse zu schreiben. Außerdem: Mit Windows arbeitet fast jeder und es handelt sich daher nicht um eine erwähnenswerte Fähigkeit.

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