2020 | Lesezeit: 12 Minuten

Bewerbung Jobwechsel: Darauf musst du achten

Die Bewerbung bei einem Jobwechsel stellt sicher für die meisten Menschen eine Herausforderung dar. Was es beim Verfassen der Bewerbung zu berücksichtigen gibt, erfährst du hier.

Jobwechsel

Kein Lebensabschnitt ist wie der vorherige – mit jedem Job erlangst du neue Fähigkeiten und dein Lebenslauf wächst um ein weiteres Kapitel. Somit wird es natürlich auch schwieriger, alle Daten unterzubringen. Hier erfährst du, wie du deinen Lebenslauf für den Jobwechsel vorbereitest.

Bewerbung: Jobwechsel in der Bewerbung

Welche Angaben bei einem Jobwechsel wichtig sind, hängt vor allem davon ab, an welchem Punkt deiner Karriere du dich gerade befindest. In der Regel liegt der Fokus aber auf der Berufserfahrung des Bewerbers. Je mehr er davon im Lebenslauf anführen kann, desto besser. Daher verlieren Nebentätigkeiten, Praktika und sogar die Ausbildung mit der Zeit an Bedeutung. Liegt dein Berufseinstieg also bereits zurück, solltest du dich umso mehr auf das Thema Berufserfahrung konzentrieren.

Zentrale Angaben im Lebenslauf

Personaler interessieren sich dabei vor allem für deine praktischen Qualifikationen. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden Punkte:

Alle anderen Informationen sind vor allem dann wertvoll, wenn du nur wenig Berufserfahrung vorweisen kannst: Das trifft beispielsweise auf den Berufseinstieg zu. In diesem Fall wundert sich sicher niemand darüber, wenn sich der Lebenslauf hauptsächlich auf die Ausbildung oder Praktika konzentriert. Zum Zeitpunkt des ersten Jobwechsels solltest du aber praktische Erfahrung nachweisen können, die sich nicht nur auf Nebenjobs aus deiner Studienzeit bezieht.

Tipp: Natürlich eignet sich unserer Lebenslaufmuster beim Jobwechsel ebenfalls. Hier geht es zu unseren Lebenslauf-Vorlagen.

Bewerbung: Jobwechsel aus Sicht des Personalers

Bei der Bewerbung für einen Jobwechsel interessieren sich Personaler vor allem für die Motivation des Kandidaten. Daher haken sie spätestens beim Vorstellungsgespräch noch einmal diesbezüglich nach. Grund genug, bereits im Anschreiben ein passendes Motiv anzuführen – nur so gelingt die Bewerbung beim Jobwechsel.

Bewerbung: Jobwechsel begründen

Zunächst empfiehlt es sich, in der Bewerbung aktiv auf die Wechselmotivation einzugehen. Dafür eignet sich vor allem das Anschreiben, aber auch der Lebenslauf erfüllt eine wichtige Funktion. Ihm kommt dabei aber eher eine unterstützende Rolle zu – zum Gesamtpaket gehören aber beide Dokumente. Daher solltest du sie aufeinander abstimmen.

Während das Anschreiben deine Motivation konkret schildert, fasst der Lebenslauf die wichtigsten Karrierestationen zusammen. Er hält also gewissermaßen die Faktenlage fest. Damit die Information auch beim Personaler ankommt, solltest du außerdem Unterpunkte im Lebenslauf um wichtige Details erweitern:

03/2016

Beispiel GmbH
Projektmanager
Koordination und Risikoanalyse

Wechselmotivation

Personaler sprechen von der sogenannten Wechselmotivation – nicht alle kommen gleich gut bei einer Bewerbung an.

Bewirbt sich der Kandidat zum Beispiel nur, weil er mit seinem alten Arbeitsplatz unzufrieden ist, sagt das mitunter einiges über seine Motivation und Arbeitsweise aus. Die Annahme: Er verhält sich passiv, zeigt selten Initiative und geht Problemen aus dem Weg. Kein idealer Kandidat für eine freie Stelle. Solche passiven Gründe für einen Jobwechsel werden als Weg-von-Motivation bezeichnet.

Hin-zu-Motivation

Stattdessen stellt der Arbeitgeber lieber einen Bewerber ein, der sich aktiv weiterentwickeln möchte und sich deshalb auf die Stelle bewirbt. Je besser du diese Initiative bereits vor dem Bewerbungsgespräch klarstellst, desto überzeugender wirkt deine Motivation auf den Personaler.

Beispiele für Wechselmotivationen

Es gibt eine ganze Reihe von aktiven Begründungen, ihr Wert für den Personaler unterscheidet sich aber von Fall zu Fall. Initiative allein reicht dabei noch lange nicht aus – auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Hier findest du Beispiele für gute und schlechte Hin-zu-Motivationen.

Positive Beispiele

  • Neuer Fokus Der Wunsch nach einem neuen Arbeitsumfeld, einem internationalen Kontext oder mehr Verantwortung zeigt grundsätzlich Initiative. Achte aber darauf, dass der Arbeitgeber diese Erwartungen auch erfüllen kann. Sonst geht dieser Schuss nach hinten los.
  • Neue Herausforderungen Gewissermaßen der Klassiker unter den Wechselmotivationen. Hier besteht allerdings die Gefahr, abgedroschen zu klingen. Daher ist es umso wichtiger, mit deiner Erklärung ins Detail zu gehen. Ebenfalls hilfreich: passende Karrierestationen im Lebenslauf.
  • Karriere weiterentwickeln Hier gilt im Grunde das Gleiche: Je konkreter du diesen Wunsch beschreiben kannst, desto besser. Dabei kommen zum Beispiel neue Aufgaben- oder Verantwortungsbereiche infrage. Führungsansprüche sind als Erklärung allerdings mit Vorsicht zu genießen.
  • Neuer Schwerpunkt Das Interesse an anderen Aufgabenbereichen zählt durchaus als legitimer Grund für den Jobwechsel – zum Beispiel von ausführenden zu koordinierenden Tätigkeiten. Den Personaler interessiert dabei in erster Linie das „warum“. Bereite dich daher stets auf Anschlussfragen vor.
  • Familiäre Gründe Der Umzug aus privaten Gründen wirkt zwar nicht besonders engagiert, stellt aber zumindest eine bewusste und aktive Entscheidung dar. Auch hier kannst du durchaus punkten.

Negative Beispiele

  • Mehr Zeit für die Familie Die Botschaft ist eindeutig: erst die Familie, dann das Unternehmen. Personaler deuten solche Erklärungen daher meist als mangelnde Bereitschaft, sich auf lange Sicht für das Unternehmen einzusetzen.
  • Ein besseres Gehalt Hier handelt es sich wahrscheinlich in den meisten Fällen um den Hauptgrund für den Jobwechsel. Trotzdem solltest du ihn auf keinen Fall anführen, denn er bietet wenig konkrete Motivation oder Interesse am Unternehmen.
  • Marken-Prestige Die oberflächliche Begeisterung für ein Unternehmen stellt in der Regel keinen überzeugenden Wechselgrund dar. Stattdessen solltest du erklären, was dich an der ausgeschriebenen Stelle begeistert. Schließlich sucht das Unternehmen nach einem Mitarbeiter – und nicht nach Komplimenten.
  • Unterforderung und Langeweile In diesem Fall handelt es sich um eine versteckte Weg-von-Motivation. Der Personaler wird sich hier vor allem fragen, warum der Bewerber nichts gegen seine Langeweile unternommen hat, sondern lieber flüchtet. Gehe lieber auf deine Motivation für neue Aufgaben ein, anstatt auf deine bisherige Frustration.
  • Unzufrieden mit dem Job Hier entsteht mitunter schnell der Eindruck, dass du schlecht über deinen ehemaligen Arbeitgeber redest. Das solltest du in jedem Fall vermeiden. Personaler vermuten hier in der Regel einen Unruhestifter, der später auch schlecht über seinen neuen Vorgesetzten reden wird.

Wahl der Wechselmotivation

Die richtige Wahl der Motivation ist zwar entscheidend, lügen solltest du aber auf keinen Fall. Eignen sich mehrere plausible Gründe, wählst du den aus, der am besten zu dir passt. Ein reines Fantasiegebilde lässt sich nicht nur schwerer vermitteln – es fliegt in der Regel auch auf.

Falls du keinen aktiven Grund für den Wechsel findest, solltest du mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner arbeiten. Stell dir die dabei Frage, welches Hin-zu-Motiv am ehesten auf dich zutrifft. Passe die Begründung an deine Situation an und suche dir möglichst viele Belege für deine Erklärung. Unwahrheiten sind jedoch in jedem Fall tabu.

Konkreter Bezug

Mindestens genauso wichtig ist eine konkrete Erklärung für deine Motivation. Ein einfaches „ich möchte mich beruflich weiterentwickeln“ reicht natürlich nicht aus – hier wird der Personaler sicher nachhaken. Stattdessen solltest du anführen, wie du dich konkret weiterentwickeln möchtest. Je besser du deine Gründe im Anschreiben ausformulierst und im Lebenslauf belegst, desto leichter kannst du später im Bewerbungsgespräch über sie sprechen.

Bewerbung Jobwechsel: roter Faden

Der rote Faden zieht sich im Idealfall durch deine gesamte Bewerbung und verweist am Ende auf die angestrebte Stelle. So signalisierst du dem Personaler, dass dein Interesse am Job Teil einer andauernden und bewussten Entwicklung ist.

Sonderfall Berufswechsel

Wechselt der Bewerber nicht nur den Job, sondern gleich seinen Beruf, unterscheidet sich die Situation in der Regel deutlich. In diesem Fall kann sich der Bewerber nämlich nicht auf seine bisherige Karriere beziehen und seine bisherige Berufserfahrung verliert an Bedeutung – es sei denn, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen den Branchen. In der Regel gewinnen andere Karrierestationen so wieder an Bedeutung, zum Beispiel Praktika, Hobbys sowie Fort- und Weiterbildungen im angestrebten Bereich.

Auch in puncto Wechselmotivation ändert sich die Situation des Bewerbers. Hier bieten sich hier ebenfalls aktive Beweggründe an – zum Beispiel das Ausbauen der eigenen Talente in einer anderen Branche. Ebenfalls plausibel: das neu entflammte Interesse an einem ehemaligen Studien- oder Fachgebiet.

Mehrwert für das Unternehmen

Quereinsteiger bedeuten für Unternehmen in der Regel ein höheres Risiko. Der Kandidat muss wahrscheinlich angelernt werden und wird zunächst häufiger Fehler machen. Somit steht natürlich die Frage im Raum, warum der Personaler einem unerfahrenen Kandidaten den Vorzug geben sollte. Liefert der Bewerber allerdings einen Mehrwert für das Unternehmen, gleicht minimiert er das Risiko für den Arbeitgeber.

Besonders bei ähnlichen Berufen stellt das mitunter kein Problem dar – vor allem, wenn sich die Kenntnisse und Fähigkeiten beider Branchen übertragen lassen. Das ist zum Beispiel bei einem Wechsel vom Schlosser zum Kfz-Mechatroniker oder vom Schuster zum Schneider der Fall. Je mehr dieser Schnittmengen du in deiner Bewerbung anführen kannst, desto besser stehen deine Chancen, als Quereinsteiger durchzustarten.

Informiere dich am besten im Voraus über die Anforderungen der Stelle, um etwas über potentielle Gemeinsamkeiten herauszufinden. Vielleicht verwenden beide Arbeitgeber sogar die gleichen Materialien oder Gerätschaften.

Letzte Aktualisierung am 24.08.2020

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