2020 | Lesezeit: 15 Minuten

Bewerbung für die Ausbildung

Was musst du bei der Bewerbung für die Ausbildung beachten? Wir verraten dir, wie der Karriereeinstieg gelingt.

Ausbildungsplatz

Früher oder später startet jeder ins Berufsleben. Bei der Bewerbung für eine Ausbildung handelt es sich jedoch um einen Sonderfall. Der Grund: angehende Azubis verfügen über wenig relevante Berufserfahrung, auf die sie sich beziehen können. Wie du damit umgehst, erfährst du in unserem Ratgeber.

Bewerbungsschreiben für die Ausbildung

Egal ob es um einen Job oder einen Ausbildungsplatz geht, jede Bewerbung benötigt ein Anschreiben. In beiden Fällen gelten die üblichen Regeln und Standards – auch für Azubis. Für sie kommt allerdings noch die Herausforderung dazu, sich erst am Anfang ihrer Karriere zu befinden.

Diese Schwierigkeit macht sich vor allem im Hauptteil des Bewerbungsschreibens für die Ausbildung bemerkbar. Dieser Abschnitt ist in zwei Bereiche gegliedert: Hard Skills und Soft Skills, also handfeste Qualifikationen und soziale Fähigkeiten.

Hard Skills ergeben sich üblicherweise aus der Berufserfahrung, über die der angehende Azubi in der Regel jedoch noch nicht verfügt. Trotzdem solltest du diesen Teil auf keinen Fall auslassen. Beziehe dich daher auf die Qualifikationen, die du stattdessen vorweisen und belegen kannst. Dazu gehören zum Beispiel:

Allerdings eignen sich nicht alle Hard Skills für das Bewerbungsschreiben und die Ausbildung. Handelt es sich zum Beispiel um einen technischen Beruf, sind Hinweise auf exotische Sprachkenntnisse meist wenig hilfreich. Diese kannst du zwar im Lebenslauf benennen, musst sie jedoch in dem Bewerbungsschreiben für deine Ausbildung nicht weiter ausführen.

Nur was einen Mehrwert für den Arbeitgeber liefert, stellt auch eine Qualifikation dar. Alle übrigen Punkte solltest du im Anschreiben dagegen aussparen.

Tipp: Deine Bewerbung sollte auch optisch zu der Branche passen, für die du dich bewirbst: So kann der Lebenslauf in der Medienbranche kreativer sein als im eher konservativen Bankwesen. Welche Ausbildung wirklich zu dir passt, erfährst du zum Beispiel im kostenlosen Beruf-Check von AZUBI.DE.

Soft Skills

Selbst wenn du nur wenig handfeste Einstellungsgründe anführen kannst, ist das in der Regel kein Weltuntergang. Es geht immerhin um eine Ausbildung und nicht um eine vollwertige Stelle. Konzentriere dich stattdessen auf Soft Skills. Dabei solltest du stets praktische Beispiele anführen und deine Kompetenzen veranschaulichen – zum Beispiel mit konkreten Situationen oder Leistungen. Je anschaulicher das Beispiel, desto besser.

Erwähnt das Anschreiben zum Beispiel deine Belastbarkeit, untermauerst du das gegebenenfalls durch einen Ausdauersports. Dieses Hobby kannst du später außerdem im Lebenslauf-Abschnitt „Interessen“ erwähnen. So wirken deine Soft Skills noch anschaulicher.

Motivation

Ein weiterer zentraler Punkt des Bewerbungsschreibens für deine Ausbildung stellt die Motivation dar.

Allerdings gibt es auch hier eine Besonderheit, durch die sich die Bewerbung für die Ausbildung vom Regelfall unterscheidet. Schließlich handelt es sich nicht um eine Karrierestation wie jede andere, sondern um das Fundament deines gesamten Berufslebens. Jobs gibt es viele – die Ausbildung ist dagegen eine einmalige Erfahrung. Diesen Stellenwert solltest du in der Einleitung des Anschreibens durch deine Motivation klarstellen. Dabei kannst du dich an diesen Fragen orientieren:

Bewerbung für die Ausbildung – Besonderheiten im Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf fasst deinen bisherigen Bildungsweg, deine Berufserfahrung sowie deine Kenntnisse und Fähigkeiten so kompakt wie möglich zusammen. Er umfasst ein bis maximal zwei Seiten.

Auch der Lebenslauf muss immer an die derzeitige Bewerbungssituation angepasst werden. Die Bewerbung für eine Ausbildung stellt jedoch auch hier eine Besonderheit dar: Das fängt bereits mit der Struktur an, da sich der erste inhaltliche Absatz in der Regel mit der Berufserfahrung beschäftigt:

Ausbildungsbetriebe wissen natürlich, dass sich die Bewerbersituation vom Regelfall unterscheidet. Aus diesem Grund ist es auch nicht nötig, den Abschnitt „Berufserfahrung“ anzuführen, nur um ihn dann leer zu lassen.

Stattdessen lässt du diesen Teil aus und konzentrierst dich auf den Rest. Es gibt schließlich ausreichend andere Informationen, die dich zu einem geeigneten Auszubildenden machen – zum Beispiel deine Schulbildung, deine Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen.

Persönliche Daten

Als ersten Punkt gibst du deine persönlichen Daten an. So kann der Personaler sofort nachvollziehen, wessen Bewerbung er gerade in den Händen hält. Diese Informationen solltest du dabei in jedem Fall anführen:

Andere Daten musst du prinzipiell nicht angeben. Geburtsdatum, Familienstand und Staatsangehörigkeit dürfen zwar erwähnt werden, können dir im Zweifel aber auch schaden. Daher ist es sinnvoll, sich hier auf das Nötigste zu beschränken.

Bildungsweg

Für angehende Auszubildende handelt es sich hierbei um den wichtigsten Abschnitt des Lebenslaufs. Er bildet das Grundgerüst der Bewerbung für die Ausbildung. Für den Aufbau des Lebenslaufs gilt grundsätzlich: Das Wichtigste kommt immer zuerst. Daraus ergibt sich ein sogenannter antichronologischer Aufbau: Neues zuerst, Altes zuletzt.

Bei deiner Schulbildung handelt es sich beispielsweise um eine wichtige Kernqualifikation. Aus diesem Grund steht der Abschnitt auch an erster Stelle nach deinen persönlichen Daten, denn so kann der Personaler sie so schnell wie möglich einsehen.

Tabellarische Lebensläufe bestehen grundsätzlich aus zwei Spalten. Auf der linken Seite steht der Zeitraum des jeweiligen Karriereabschnitts, rechts stehen Angaben zum Ort und andere Details:

3/2016 – heute

Goethe Gymnasium
Beispielstadt
voraussichtlicher Abschluss: Fachhochschulreife

Der Umfang der Informationen, die du im jeweiligen Abschnitt angibst, kann durchaus variieren. Das hängt vor allem von ihrem Wert für den Ausbildungsbetrieb ab: Je deutlicher sich ein Bezug zu deiner Ausbildungsstelle herstellen lässt, desto ausführlicher dürfen deine Angaben ausfallen.

Möchtest du zum Beispiel eine Ausbildung als Chemielaborant antreten? Dann könnte ein Abschnitt zum Abitur zum Beispiel auf passende Prüfungsfächer eingehen:

3/2016 – heute

Goethe Gymnasium
Beispielstadt
voraussichtlicher Abschluss: Fachhochschulreife
Prüfungsfächer: Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik

Fortbildungen und Praktika

Dieser Abschnitt befasst sich nicht nur mit Praktika und Weiterbildungen, sondern auch mit Erstausbildungen oder Nebentätigkeiten. Hier kommt grundsätzlich alles mit Bezug zum Ausbildungsplatz infrage.

Da du dich aber noch am Anfang deiner Karriere befindest, dürfen die Gemeinsamkeiten auch vergleichsweise oberflächlich ausfallen. Ein Schüleraustausch in die USA kann zum Beispiel durchaus als Beleg für deine Englischkenntnisse dienen. Später in deiner Karriere solltest du diese Abschnitte allerdings durch handfeste Qualifikationen ersetzen.

Kenntnisse

Für diesen Anschnitt eignen sich vor allem EDV-Kenntnisse und Erfahrungen mit Fremdsprachen. Außerdem lohnt es sich, wenn du etwas in die Tiefe gehst. Verfügst du zum Beispiel über Erfahrungen im Bereich Grafikdesign, so solltest du das Programm nennen, mit dem du arbeitest. Auch eine nähere Beschreibung des Kenntnisstands gehört in der Regel dazu:

EDV-Kenntnisse

Adobe Photoshop (sehr gut)
Adobe InDesign (sehr gut)

Sprachen

Englisch (fließend in Wort und Schrift)
Französisch (Grundkenntnisse)

Führerschein

Klasse B

In bestimmten Fällen kann es sein, dass du einen Führerschein für die Ausbildung benötigst. Dann solltest du ihn natürlich unbedingt im Lebenslauf angeben.

Interessen

Auch deine Interessen und Hobbys haben einen Platz im Lebenslauf, solange sie die richtige Botschaft vermitteln. Mannschaftssportarten beweisen zum Beispiel, dass du fit und teamfähig bist. Ungeeignet sind dagegen Tätigkeiten, die

Was sich nicht eindeutig als Qualifikation eignet, solltest du in jedem Fall auslassen.

Tipp: Falls sich keines deiner Hobbys für den Abschnitt eignet, hilft meist eine positivere Formulierung. Du interessierst dich für Filme oder Musik? In diesem Fall könntest du eine aktive Beschreibung wie Musik- oder Filmrecherche wählen.

Nicht vergessen – die Signatur

Die Pflicht, den Lebenslauf am Ende zu unterzeichnen, gibt es im Grunde nicht. Einen guten Eindruck macht die Geste aber trotzdem. Vor allem zeigt sie, dass es sich um ein persönliches Schreiben handelt – und nicht etwa um eine Kopie, die du für jede deiner Bewerbungen verwendest.

Gleiches gilt für das Bewerbungsschreiben für deine Ausbildung. Da das Anschreiben nach der Schlussformel ohnehin mit deinem Namen endet, solltest du deine Signatur hier platzieren, statt deinen Namen einfach nur abzutippen. Am besten eignet sich dafür ein blauer Füllfederhalter, der die Signatur vom restlichen Text abhebt. Datum und Ort gehören ebenfalls dazu und befinden sich links vor deiner Unterschrift. Allerdings können sie im Gegensatz zur Signatur mit dem Schreibprogramm erstellt werden.

Falls du deine Bewerbung für die Ausbildung per E-Mail verschickst, hast du zwei Optionen:

Um dir diese Arbeit zu ersparen, haben wir einen Unterschriften-Generator in unseren Editor eingebunden – probiere es doch einfach mal aus.

Mit Lücken umgehen

Als Lücken im Lebenslauf gelten Zeiträume ohne Berufstätigkeit, die länger als drei Monate dauern. Sie zu verschleiern ist nicht nur enorm schwierig, sondern auch riskant. Zum Karrierebeginn sehen Personaler solche Lücken aber meist nicht so eng – der Berufseinstieg dauert grundsätzlich etwas länger. Solltest du also nach deinem Schulabschluss eine etwas längere Orientierungsphase benötigt haben, ist das in der Regel unproblematisch. Trotzdem kann es helfen, bereits zu Beginn der Karriere darauf zu achten, größere Lücken gar nicht erst entstehen zu lassen. Am besten füllst du diese Zeiträume mit sinnvollen Tätigkeiten wie Nebenjobs oder Praktika.

Bewerbung für die Ausbildung – Tipps zur Korrektur

Nachdem du deine Bewerbung für die Ausbildung verfasst hast, geht es an die Korrektur. Dabei solltest du vor allem auf diese Fehlerquellen achten:

Vier Augen sehen mehr als zwei. Lasse deine Bewerbung für die Ausbildung daher immer von einer zweiten Person gegenlesen.

Letzte Aktualisierung am 18.08.2020

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