Genau hier setzt die Unsicherheit vieler Bewerber*innen an: Wo gehört der Familienstand im Lebenslauf hin, wie schreibt man ihn richtig und schadet er vielleicht sogar? Dieser Ratgeber beantwortet die typischen Fragen Schritt für Schritt, damit du den Familienstand sicher in deinen Lebenslauf einbaust – oder ihn bewusst weglässt.
Familienstand im Lebenslauf richtig angeben?
Wenn du dich für die Angabe entscheidest, gehört der Familienstand ausschließlich in den Lebenslauf. Im Bewerbungsschreiben würde er nur von deinen Qualifikationen ablenken.
Im Lebenslauf platzierst du ihn im ersten Abschnitt „Persönliche Daten“, üblicherweise unterhalb der Staatsangehörigkeit und damit an letzter Stelle der persönlichen Angaben. Er steht in einer eigenen Zeile und wird durch das Wort „Familienstand“ eingeleitet.
Wichtig: In Deutschland gibt es offiziell fünf Familienstände. Bevor du deinen Status einträgst, solltest du wissen, welcher auf dich zutrifft:
- Ledig: Du bist nicht verheiratet und warst es nie. Ob du Single bist, in einer festen Beziehung lebst oder verlobt bist, ändert daran nichts.
- Verheiratet: Deine Ehe wurde standesamtlich geschlossen. Eine Verlobung zählt nicht dazu, „verlobt“ ist kein Familienstand.
- Eingetragene Lebenspartnerschaft: Diese Form konnten gleichgeschlechtliche Paare zwischen 2001 und 2017 eingehen. Seit Öffnung der Ehe (1. Oktober 2017) wird sie durch die Ehe ersetzt.
- Geschieden: Du warst verheiratet, die Ehe wurde rechtskräftig aufgelöst und du hast noch nicht wieder geheiratet.
- Verwitwet: Dein*e Ehe- oder Lebenspartner*in ist verstorben.
Familienstand im Lebenslauf: Beispiele
Es gibt nicht die eine richtige Schreibweise. Je nach Ziel kannst du den Familienstand nüchtern, kompakt, strategisch oder fast unsichtbar einbauen. Die folgenden vier Varianten zeigen dir, wie das konkret aussieht.
Klassische Variante
Die Standardform: eine saubere Auflistung in den persönlichen Daten, jede Angabe in einer eigenen Zeile.
Persönliche Daten
Geburtsdatum: 12. Mai 1988
Staatsangehörigkeit: Deutsch
Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
- Wirkung: Ordentlich, transparent und für Personaler*innen sofort erfassbar.
- Nutzen: Du spielst mit offenen Karten und wirkst ehrlich – ideal, wenn dein Familienstand tendenziell positiv gelesen wird.
Moderne Variante
Hier fasst du die persönlichen Daten in einer platzsparenden Zeile zusammen, oft als Kopf des Lebenslaufs.
Zur Person: Max Mustermann | * 12.05.1988 in Berlin | verheiratet, 2 Kinder
- Wirkung: Kompakt, aufgeräumt und optisch zeitgemäß.
- Nutzen: Du sparst Platz für das Wesentliche (Berufserfahrung und Qualifikationen) und hältst die persönlichen Daten trotzdem vollständig.
Strategische Variante
Statt die reine Tatsache zu nennen, entkräftest du gleich ein mögliches Vorurteil.
2 Kinder, Betreuung gesichert
- Wirkung: Signalisiert Verlässlichkeit und räumt Bedenken wegen kinderbedingter Ausfälle direkt aus.
- Nutzen: Besonders hilfreich für Eltern jüngerer Kinder oder Alleinerziehende, die zeigen wollen, dass Beruf und Familie zusammenpassen.
Indirekte Variante
Du erwähnst den Familienstand nicht direkt, sondern lässt ihn in andere Rubriken einfließen, etwa unter Interessen oder ehrenamtlichem Engagement.
„Organisator der jährlichen Familienfeier im Sportverein“ oder „Mitglied im Elternbeirat der Kita XY“
- Wirkung: Vermittelt ein familiäres, sozial eingebundenes Bild, ohne dass du dich festlegst.
- Nutzen: Du steuerst den Eindruck subtil und entscheidest selbst, was du preisgibst.
Vor- und Nachteile bei der Angabe des Familienstands
Der Familienstand im Lebenslauf sagt nichts über deine fachliche Eignung aus. Dennoch wird er von Personaler*innen oft interpretiert – auch unbewusst. Bevor du ihn nennst oder weglässt, lohnt sich ein nüchternes Abwägen.
Dafür spricht:
- Du wirkst ehrlich und spielst von Anfang an mit offenen Karten.
- Bestimmte Familienstände wie „verheiratet“ können Verlässlichkeit und Beständigkeit signalisieren.
- Über deine Steuerklasse erfährt der Arbeitgeber deinen Familienstand ohnehin, spätestens bei Arbeitsantritt.
- Wer dich lediglich wegen deines Familienstands aussortiert, ist wahrscheinlich sowieso nicht der richtige Arbeitgeber für dich.
Dagegen spricht:
- Fehlt der Familienstand, fällt der Blick der Personalverantwortlichen schneller auf das Wesentliche: Ausbildung, Erfahrung, Kenntnisse.
- Die Angabe ist keine Pflicht. Negativ behaftete Stände kannst du einfach weglassen.
- Es entsteht Raum für stereotypes Schubladendenken. Dies kann erfahrungsgemäß besonders Frauen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf benachteiligen.
- Wird deine Bewerbung aussortiert, weißt du nie sicher, ob der Familienstand der Grund war.
Empfehlung: In den meisten Fällen kannst du den Familienstand im Lebenslauf bedenkenlos weglassen. Sinnvoll ist die Angabe vor allem dann, wenn sie ein positives Signal sendet oder du ein konkretes Vorurteil gezielt entkräften willst.
In welchen Berufen wird der Familienstand positiv gesehen?
In der Regel setzt du mit der Angabe deines Familienstandes in den folgenden Berufen und Branchen ein positives Zeichen:
- Soziale und pädagogische Berufe: Als Erzieher*in, Lehrer*in oder in der Familienhilfe kann „verheiratet, 2 Kinder“ die eigene Familienerfahrung hervorheben und Vertrauen schaffen.
- Konservative oder traditionsreiche Branchen: Hier wird „verheiratet“ mitunter noch mit Beständigkeit und Verlässlichkeit verbunden.
- Berufe mit hoher Reisebereitschaft oder Flexibilität: „ledig“ kann als Signal für zeitliche Ungebundenheit verstanden werden.
Die Angabe des Familienstandes bringt in den Berufen eher wenig, in denen besonders viel Wert auf der jeweiligen Fachkompetenz liegt, z. B. in vielen IT-, Ingenieur- oder Sachbearbeitungsjobs.
Häufig gestellte Fragen
- Was schreibt man beim Familienstand im Lebenslauf?
- Einen der fünf offiziellen Stände: ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet oder eingetragene Lebenspartnerschaft. Halte die Angabe kurz und sachlich. Optional kannst du deine Kinder ergänzen.
- Ist die Angabe des Familienstandes im Lebenslauf notwendig?
- Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG, in Kraft seit 2006) ist der Familienstand keine Pflichtangabe mehr, sondern völlig freiwillig.
- Was ist mit dem Familienstand gemeint?
- Der Familienstand gibt deinen rechtlichen Status an: ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet oder verpartnert.
- Ist getrennt lebend ein Familienstand?
- „Getrennt lebend“ beschreibt eine Situation innerhalb einer bestehenden Ehe. Rechtlich bist du dann weiterhin verheiratet. Weil die Angabe sehr privat ist und leicht negativ ausgelegt wird, gehört sie in der Regel nicht in den Lebenslauf.
- Ist alleinerziehend ein Familienstand?
- Nein. „Alleinerziehend“ beschreibt deine Lebenssituation, nicht deinen rechtlichen Status. Rechtlich bist du je nach Fall ledig, geschieden oder verwitwet. Dass du alleinerziehend bist, musst du im Lebenslauf nicht erwähnen. Willst du es dennoch einbringen, etwa mit dem Zusatz „Betreuung gesichert“, kannst du damit ein mögliches Vorurteil gezielt entkräften.
- Gibt man im Lebenslauf an, ob man ledig oder unverheiratet ist?
- Der korrekte Begriff lautet „ledig“. „Unverheiratet“ meint dasselbe, ist im Lebenslauf aber unüblich.
- Was schreibt man im Lebenslauf, wenn man nicht verheiratet ist?
- Warst du noch nie verheiratet, lautet die richtige Angabe „ledig“ – auch wenn du in einer festen Beziehung lebst, zusammen wohnst oder verlobt bist. Warst du bereits verheiratet, schreibst du je nach Situation „geschieden“ oder „verwitwet“.
- Wie nennt man den Beziehungsstatus im Lebenslauf?
- Im Lebenslauf heißt das Feld „Familienstand“, nicht „Beziehungsstatus“. Verwende immer diese offizielle Bezeichnung.
- Was antwortet man, wenn im Vorstellungsgespräch nach dem Familienstand gefragt wird?
- Bleib ehrlich, aber knapp und gib keine privaten Details preis, die nichts mit dem Job zu tun haben. Wenn du eine mögliche Sorge des Arbeitgebers ahnst, kannst du sie proaktiv entkräften, indem du etwa darauf hinweist, dass die Kinderbetreuung gesichert ist.
- Darf der Arbeitgeber nach dem Familienstand fragen?
- Im Vorstellungsgespräch ist die Frage nach dem Familienstand grundsätzlich unzulässig, denn sie sagt nichts über deine Eignung aus und kann zu Diskriminierung führen. Bei solchen Fragen hast du daher ein “Recht zur Lüge”: Du darfst diese Frage also bewusst falsch beantworten, ohne arbeitsrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. In deiner schriftlichen Bewerbung musst du deinen Familienstand nie von dir aus angeben. Wenn die Angabe aber direkt mit der Stelle zusammenhängt, kann die Frage danach zulässig sein.
- Ist die Angabe des Familienstandes im Lebenslauf noch zeitgemäß?
- Sie gilt zunehmend als überholt. Viele moderne Lebenslauf-Vorlagen führen den Familienstand gar nicht mehr auf. Ein Weglassen wirkt heute keineswegs nachlässig, sondern zeitgemäß.
- Welche Vorteile hat die Angabe des Familienstandes im Lebenslauf?
- Du wirkst transparent und ehrlich, kannst mit einem positiv gelesenen Stand Verlässlichkeit signalisieren und Vorbehalte gezielt zerstreuen. Da die Steuerklasse deinen Status ohnehin verrät, verlierst du durch die Angabe wenig.
- Wann ist die Angabe des Familienstandes sinnvoll?
- Immer dann, wenn sie dir nützt: wenn sie ein positives Signal sendet, ein konkretes Vorurteil entkräftet, der Arbeitgeber sich klar familienfreundlich zeigt oder dein Status für Arbeitszeitregelungen relevant ist.
Letzte Aktualisierung am 22.10.2026